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Chronik Österreich

Die neue Landesgalerie NÖ: Der erste Rundgang durch den schiefen Turm von Krems

Am Wochenende öffnet der neue Bau erstmals für Publikum – mit Kunst, aber ohne Ausstellungen

von Michael Huber, Jürgen Zahrl

02/26/2019, 10:28 AM

„Wenn ich Kunst sage meine ich das Ganze“, steht in großen Lettern auf dem Nebengebäude, in das Lkw zur Anlieferung in die Landesgalerie Niederösterreich (LGNÖ) einfahren.

„Das Ganze“ wird nun langsam sichtbar: Am Wochenende lädt man zum „Pre-Opening“ des neuen Museumsbaus, bei dem die Architektur im Mittelpunkt stehen soll. Das reguläre Ausstellungsprogramm startet dann am 25. Mai.

Der erwähnte Schriftzug ist bereits ein Vorbote des Programms, er stammt vom Kremser Künstler Leo Zogmayer. Dass der Bau ein „ganzheitliches“ Erlebnis von Architektur, Kunst und Landschaft bieten soll, sei laut Verantwortlichen von Anfang an mitgedacht worden.

Ebenso der Umstand, dass sich das Publikum der LGNÖ nicht nur aus Kunstkennern rekrutiert: In diesem Sinn ist auch die Architektur des Vorarlberger Büros Marte.Marte dazu angetan, die Menschen buchstäblich von der Straße abzuholen.

„Es war wichtig, dass man das Museum nicht auf ein Podest stellt, sondern es aus der Normalität des Asphalts wachsen lässt“, sagt Christian Bauer, künstlerischer Leiter der LGNÖ, bei einem Rundgang mit dem KURIER. Der graue Terrazzo-Boden im Erdgeschoß, auf dem Bauer steht, soll dies unterstreichen; der fließende Übergang zum Draußen bietet sich zudem durch die großen Bogenfenster, die sich zur Kunsthalle, zum Stadtteil Stein, zum nächst der Donau gelegenen Kreisverkehr und zur Betonwand mit Zogmayers Spruch hin öffnen: „Kein unfassbarer Ausblick, sondern die Welt wie sie ist“, sagt Bauer zum Panorama.

Das Erdgeschoß, das neben Kassen, Shop und Restaurant auch einen Schauraum beherbergt, bietet auch Menschen in vorbeifahrenden Autos die Gelegenheit, einen Blick ins Innere zu erhaschen: „Es ist kein Elitemuseum, sondern ein Haus, das Menschen einlädt hereinzukommen“, sagt Kurator Günther Oberhollenzer.

Schräge Ebene

Der spektakulärste Zugang zum Museum bietet sich vorerst aber durch einen unterirdischen Saal: Über einen Pavillon an der vis-a-vis gelegenen Kunsthalle durchschreitet man hier eine Lichtinstallation des Künstlers Erwin Redl, der aus LED-Leuchten eine schiefe Ebene zwischen dem alten und dem neuen Gebäude suggeriert.Von der Drehung und Neigung des Neubaus ist hier allerdings noch nichts zu merken, ebensowenig im angrenzenden Stiegenhaus, das in Rohbeton ausgeführt ist und durch ein Dachfenster Tageslicht bezieht. Eine zweite Stiege schraubt sich in einer Art Doppelwendel oberhalb der Haupttreppe – ohne Tageslicht – hinauf. Zusammen mit einem Lift, der zugleich als Lasten- und Personenaufzug dient, gibt es somit zwei Säulen im Gebäudeinneren, die Menschen nach oben befördern. Der verdrehte Kubus, der dem Haus seine markante Form gibt, ist um dieses Rückgrat herum gebaut.

Im Inneren ergeben sich daraus für jedes Geschoß unterschiedliche Raumsituationen, wobei das 1. und 2. Obergeschoß fensterlos ausgeführt sind, um den Standards zur Schonung wertvoller Kunstwerke zu genügen.

Die Raumkrümmungen sind hier spektakulär, allein die Technik – zwei riesige Entlüftungsroste an einer Hauptwand, eine allzu großzügige Verteilung von Stromauslässen und Notausgangs-Schildern – vermag im „nackten“ Raum den luftigen Eindruck etwas zu trüben.

Am Sonnendeck

Die LGNÖ ist kein Guggenheim Bilbao, hat aber doch den gewissen Dreh. Äußerst schön geriet das oberste Geschoß, wo sich von der Terrasse ein herrlicher Blick auf Stift Göttweig, aber auch auf die Altstadt von Stein bietet. Ähnlich wie in der Erdgeschoßzone sollen diesem Bereich Kunstpräsentationen und Aufenthaltszonen ineinander verschränkt sein – einen expliziten Vermittlungsraum für Schulklassen oder Workshops hat das Museum nämlich nicht. Was die Chance zu lebendigen Ausstellungen bietet, stellt zweifellos große Anforderungen an das Kuratorenteam: Die Gestalter können ihr Publikum nicht durch eine fixe Raumabfolge schleusen, sondern müssen in den Sälen Impulse setzen, ohne dabei den Raumcharakter zu zerstören. Darauf, wie das gelingt, darf man weiterhin freudig gespannt sein.

INFO: Das Programm zur Eröffnung

Am Freitag, dem 1. März, startet die Landesgalerie Niederösterreich ab 16 Uhr in ihr „Pre-Opening“-Wochenende.  Auf eine Begrüßung durch  Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und einen Vortrag über das Werk der Architekten Marte.Marte folgt eine Podiumsdiskussion und eine Reihe von „Backstage-Nightwalks“, bei denen die Technik der   Räume im Fokus steht (20 – 23 Uhr,  verbindliche Anmeldung erforderlich, die meisten Termine sind bereits ausgebucht).

Am  Samstag (2.3.) und Sonntag (3.3.) ist das Haus dann von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen. Zu jeder vollen Stunde finden  Themenführungen statt – Direktor Christian Bauer, Architekt Bernhard Marte, Künstler Lorenz „eSeL“ Seidler und andere streichen dabei ihre Perspektiven auf das Gebäude hervor. Am Samstag um 17 Uhr  werden auch die künstlerischen Interventionen am Bau (von Erwin Redl, Leo Zogmayer, Judith Fegerl und Werner Reiterer) eingeweiht. Am selben Abend eröffnet  die Kunsthalle Krems noch ihre neue  Ausstellung, eine Werkschau des Belgiers Hans Op de Beeck (bis 23.6.)

Redls Lichtinstallation bleibt für Kunsthallen-Besucher bis 31.3. zugänglich. Dann wird für die Eröffnungsausstellungen (ab 25.5.) um- und aufgebaut.

Im Souterrain-Saal wird die legendäre Sammlung von Franz Hauer (1867 – 1914) teilweise rekonstruiert. Im Erdgeschoß zeigt die LGNÖ eine Einzelausstellung der Biennale-Teilnehmerin Renate Bertlmann, im 1. Obergeschoß ist eine Präsentation zum Thema „Selbstdarstellung“ angesetzt, in der 2. Etage eine Schau zum Thema „Sehnsuchtsräume“. Dazu  zeigt das Haus noch eine Solo-Schau des Fotografen Heinz Cibulka. „Landschaft“, „Selbstdarstellung“ und „Sammeln“  heißen dabei  die Überthemen, an denen sich das  Programm der LGNÖ auch in den Folgejahren orientieren will. 

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