Chronik | Österreich
22.06.2018

Die größte Feuershow des Jahres

Hunderte freiwillige Helfer arbeiten für die traditionelle Sonnwendfeier in NÖ / Auch Gäste voller Vorfreude

Der Campingplatz in Rossatz in der Wachau – am gegenüber liegenden Donauufer von Dürnstein – ist schon seit Wochen ausgebucht. Reisemobilfahrer aus ganz Österreich und anderen europäischen Ländern haben sich hier Spitzenplätze gesichert, um die Sonnwendfeier – erste Reihe fußfrei – genießen zu können.

„Wir sind wegen der Sonnwendfeier hier und freuen uns seit sechs Wochen darauf“, erzählt Manfred Zarda aus Bayern. Auch Thomas Bittighofer aus Kärnten will sich mit seiner Familie das große Feuerwerk und die durch Fackeln hell erleuchteten Weingärten nicht entgehen lassen. Sie gehören zu den bis zu 40.000 Gästen, die jedes Jahr zu der Veranstaltung strömen, bei dem die Abhänge zur Donau von immer neuen Feuerkunstwerken erhellt werden.

Heute, Samstag, steht die Wachau ganz im Zeichen des traditionsreichen Festes, an dessen Vorbereitungen hunderte Einheimische beteiligt sind. In jeder einzelnen Gemeinde zwischen Aggsbach-Markt und Krems haben Vereine Stände aufgebaut, an denen es Schmankerl und Getränke gibt.

Großer Aufwand

„Jedes Jahr wird ein großer Aufwand betrieben, damit Einheimische genauso wie Besucher ein spektakuläres Sonnwendfest zu sehen bekommen“, sagt Peter Sigmund von der Donau Niederösterreich-Tourismusgesellschaft. Große Scheiterhaufen, oft mit einer Strohhexe dekoriert, sind bereits aufgebaut. Tausende Fackeln werden in den Weingärten montiert, um die Berge hell zu erleuchten. Das Besondere am Fest: Es ist eine Brauchtumsveranstaltung, bei der die ganze Region mitfeiert. „Besonder schön ist der Blick von einem der Donauschiffe“, sagt Sigmund. Seine Organisation ist heuer erstmals Veranstalter auf dem Wasser: Diesmal fahren die Schaufelradschiffe voran, gefolgt von den Passagierschiffen. Die kleinen Boote und Yachten bilden den Abschluss. Wo immer sie auf der Talfahrt eintreffen, werden die Lichtshows entzündet.

„Meine Leute haben damit zwei Monate Vorarbeit“, erzählt Thomas Köchl, Geschäftsführer der in der Wachau beheimateten Feuerwerksfabrik. Er gehört zu dritten Inhabergeneration, die die Veranstaltung ausrüstet. So ist es für ihn Ehrensache, immer die großartigsten Feuerwerke aufzubauen. In Dürnstein gibt es neue Attraktionen, die aber noch geheim sind. Dazu kommen schwimmenden Donaulichter.

Eine weitere Schlüsselrolle spielt – neben vielen anderen – eine Gruppe von Freiwilligen um Hotelier Ewald Stierschneider, die jedes Jahr in akrobatischen Kletterakten die Mauern der Ruine Hinterhaus in Spitz mit Fackeln bestücken, die im richtigen Moment entzündet werden. „Das ist nicht ungefährlich, deshalb wird bei uns erst mit einem Glaserl Wein angestoßen, wenn der letzte Mann von der Mauer kommt, das ist so gegen 22.30 Uhr“, sagt Stierschneider.

„Wer im Zug oder mit dem Bus anreist, erspart sich nach der Veranstaltung kilometerlange Staus“, sagt Peter Sigmund.

Die Wetteraussichten sehen gut aus, es dürfte teilweise bewölkt und windig, somit deutlich kühler sein als zuletzt, Regenschauer sind eher nicht zu erwarten.www.sonnenwende.at