Chronik | Österreich
01/21/2019

Gegen diese Krankheiten sollten sich Österreicher 2019 impfen

Der Impfplan für 2019 wurde veröffentlicht. Bei 4 Millionen verabreichten Impfungen, gab es 2017 289 vermutete Nebenwirkungen.

Der neue Österreichische Impfplan 2019 ist da. Samstag am späten Vormittag wurde er beim diesjährigen Österreichischen Impftag in Wien präsentiert. "Neue Impfstoffe gibt es keine, aber mehrere Präzisierungen zur Anwendung von Vakzinen, Impfungen bei Immunsuppression und speziellen Berufsgruppen", sagte Ursula Wiedermann-Schmidt, Kongressorganisatorin und Co-Autorin des aktualisierten Impfplans, der APA.

"Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten, wirksamsten präventiven Maßnahmen in der Medizin. Geimpfte sind im Regelfall vor der entsprechenden Krankheit geschützt. Zudem können Krankheiten, die nur von Mensch zu Mensch übertragen werden, wie Poliomyelitis, Hepatitis B oder Masern bei einer anhaltend hohen Durchimpfungsrate eliminiert werden. Die derzeitige epidemiologische Situation in Österreich erfordert vor allem Anstrengungen zur Reduktion des Erkrankungsrisikos an Keuchhusten und Masern. Auch Influenza verursacht jedes Jahr bis zu 1.000 Todesfälle, darunter auch Todesfälle bei zuvor vollkommen gesunden Kindern. Hier ist es ebenfalls notwendig, die Durchimpfungsraten deutlich zu erhöhen", wird im Österreichischen Impfplan 2019 gefordert.

Vor allem für Kinder als zunächst zu Schützende treffen Rechtsgrundlagen zu, die bis zur UNO reichen. "Entsprechend der (von Österreich unterzeichneten und ratifizierten; Anm.) UN-Konvention vom 20. November 1989 haben Kinder das Recht auf beste Gesundheitsversorgung. Dazu gehört auch der Schutz vor Erkrankungen, die durch Impfung vermeidbar sind. Eltern sind angehalten, Schutzimpfungen bei ihren Kindern vornehmen zu lassen", stellen die Experten fest.

In der medizinischen Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern entspricht es demnach dem Stand der medizinischen Wissenschaft, Grundimmunisierungen rechtzeitig zu beginnen, nicht unnötig zu verzögern und zeitgerecht abzuschließen. Zudem solle laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, WHO, jeder Arztkontakt dazu genutzt werden, zu prüfen, ob die empfohlenen Impfungen durchgeführt worden sind, und - wo notwendig - fehlende Impfungen nachzuholen. Auch Arztkontakte im Rahmen von Spitalsaufenthalten sollen dafür genutzt werden. Ein aktueller Impfschutz sei durch notwendige Auffrischungsimpfungen in jedem Lebensalter sicherzustellen. Ein Abraten von Impfungen ohne Vorliegen von Fakten, welche eindeutig dagegen sprechen, sei ein Verstoß gegen die Prinzipien der evidenzbasierten Medizin und könnte "die berufliche Vertrauenswürdigkeit der Ärztin oder des Arztes infrage stellen".

Bei der Influenza-Impfung wird beispielsweise auf die Bedeutung der Vierfach-Impfstoffe hingewiesen, die durch zwei Influenza B-Antigen-Komponenten einen breiteren Schutz gegen die Influenza B versprechen. Für Senioren gibt es weiterhin einen durch ein Adjuvans für eine stärkere Immunreaktion besonders geeignete Vakzine, die allerdings noch auf Dreifach-Schutz (gegen zwei Influenza A-Stämme und einen Influenza B-Stamm) ausgerichtet ist. Die Influenza B verläuft zumeist weniger gravierend als eine Influenza A-Infektion.

Nebenwirkungen selten

Im neuen Impfplan sind nunmehr auch Begriffe wie "Impfkrankheit" und eigentlicher "Impfschaden" detaillierter definiert. Ursula Wiedermann-Schmidt betonte gegenüber der APA die extrem geringe Rate an gemeldeten Nebenwirkungen für Vakzine: "2017 wurden in Österreich zwischen 3,5 Millionen und vier Millionen Impfstoff-Dosen verimpft. Es gab 289 vermutete Nebenwirkungen."

Wichtig wäre es auch, für einen entsprechenden Impfschutz bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und ihren Angehörigen zu sorgen. "Das sind viel mehr Menschen, als man annehmen würde. Dazu gehören auch Patienten, die wegen einer Grunderkrankung (z.B. Krebs, Autoimmunerkrankungen wie Polyarthritis, Morbus Crohn etc.) eine immunsupprimierende Therapie erhalten", sagte die Expertin. Vor bzw. nach einer solchen Therapie sollte jeweils darauf geachtet werden, dass entweder alle möglichen Erstimpfungen oder die notwendigen möglichen Auffrischungsimpfungen erfolgt sind. Der Österreichische Impfplan 2019 umfasst auch eine Übersichtstabelle zu den für bestimmte Berufsgruppen notwendigen und absolut geforderten Impfungen. Dazu gehören speziell die im Gesundheitssystem Beschäftigten.