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Chronik Österreich
04/02/2020

Österreicher glauben, dass Österreich Krise unter Kontrolle hat

Die Zustimmung zu den Maßnahmen der Landeshauptleute ist laut Umfrage gesunken. Wien richtet psychosozialen Dienst ein.

Putzen, trainieren und Brot backen ... viele Österreicherinnen und Österreicher nutzen die Isolation für Tätigkeiten, für die sie sonst wenig Zeit haben. Doch vielen Personen setzen die Beschränkungen im alltäglichen Leben immer mehr zu.

1.000 Personen befragt

Laut einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes „Market“ hat sich die Zustimmung zu der Aussage „Ich komme sehr gut zurecht mit den Einschränkungen“ gegenüber der Vorwoche von 47 auf 38 Prozent verringert. Befragt wurden 1.000 Personen online und repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16.

Die Mehrheit der Österreicher ist „Market“ zufolge ziemlich unverändert der Meinung, dass Österreich das Coronavirus alles in allem unter Kontrolle hat. Diese Zuversicht finde Niederschlag in der unverändert positiven Bewertung des Corona-Managements durch die Regierung. Allerdings ist die Zustimmung zu den Maßnahmen der Landeshauptleute ist gesunken. Noch vor zwei Wochen bewerteten 38 Prozent der Bevölkerung die Landeshauptleute mit sehr gut für ihr Corona-Management. Nun sind es nur noch 29 Prozent.

Viele misten zu Hause aus

Auf dem nun veränderten Alltagsprogramm stehen Ausmisten, Putzen, (gemeinsam) Kochen und Internet surfen weit vorne. Verstärktes Ausmisten und Aufräumen gaben 49 Prozent auf die Frage „was machen sie derzeit möglicherweise mehr / häufiger als vor Corona?“ an. Dahinter folgten mit je 45 Prozent Nennungen mehr und gemeinsames Kochen, Internetsurfen und Putzen. 18 Prozent nannten mehr Sport und Fitnessübungen, genauso viele mehr Online-Shopping. 13 Prozent nehmen sich mehr Zeit für Kuscheln und Sex.

Die persönliche Einhaltung der auferlegten Beschränkungen erfolgt laut den Meinungsforschern weiter ziemlich strikt. 97 Prozent gaben an, sich an die Maßnahmen zu halten.

 

 

Krisenstab für Ausnahmesituation

„Die derzeitigen Maßnahmen zur Selbstisolation, die drastischen Veränderungen in den Tagesabläufen und die Ungewissheit sind für viele Menschen eine große psychische Belastung", sagt Peter Hacker, Wiener Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport. Unter der Leitung von Georg Psota, Chefarzt der Psychosozialen Dienste in Wien, hat daher die Stadt Wien einen psychosozialen Krisenstab eingerichtet.

„Ob Vereinsamung, Unsicherheit oder das Familienleben auf engstem Raum - all das kann sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken. Wir beraten mit verschiedenen Expertinnen und Experten, wie die Unterstützung aussehen kann und welche Personengruppen besonders berücksichtig werden sollen“, sagt Psota.

Erklärvideos und Infos

Eine Analyse der psychosozialen Problemfelder zeigt, dass besonders bereits psychisch erkrankte Personen, Familien mit niedrigem Bildungsgrad, Kinder und alleinstehende Seniorinnen und Senioren wichtige Zielgruppen sind. Mit Erklärvideos für Kinder und mehrsprachigen Informationsangeboten hat die Stadt Wien bereits Schritte gesetzt, um diese Personen gezielt zu erreichen, um Unsicherheiten und Angst entgegenzutreten. Auch Entscheidungen wie die Erleichterungen bei der Wohnbeihilfe und der Delogierungs-Stopp in ganz Wien sind wichtig, um reale Existenzängste abzufangen, heißt es.

Über weitere Maßnahmen und Vorschläge wird derzeit im psychosozialen Krisenstab beraten.

 

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