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Chronik Österreich
04/22/2020

Corona-Krise: Stopp-Tafel für Fahrschüler

Ungewissheit: Für Fahrschulen und Führerscheinkandidaten heißt es weiterhin warten.

von Patrick Wammerl

Zehntausende Jugendliche fiebern jedes Frühjahr der Freiheit auf vier Rädern entgegen. Für gewöhnlich herrscht in den Fahrschulen landesweit die kurs- und prüfungsintensive Zeit für den Führerschein. Wegen der weltweiten Corona-Pandemie stehen die Ampeln in den Fahrschulen allerdings auf Rot. Wie eine Fahrstunde auf engstem Raum in Zukunft stattfinden soll, darüber zermartern sich die Verantwortlichen im Fachverband der Fahrschulen gerade den Kopf.

Der Mundnasenschutz scheint mittlerweile eine Selbstverständlichkeit zu sein, die Überlegungen reichen aber von FFP2-Schutzmasken bis hin zum Tragen eines Kunststoffvisieres. Trotz aller Vorschläge, weiß derzeit niemand, wie es genau weitergeht. „Die Fahrschulen wünschen sich, dass der Betrieb bald wieder nach altem Muster läuft – und das wurde bei den betreffenden Stellen auch deponiert“, sagt Stefan Ebner, Geschäftsführer des Fachverbandes der Fahrschulunternehmer.

Hundert Prozent Verlust

Derzeit haben die Fahrschulen teilweise hundert Prozent Umsatzverlust. Kurse, Fahrstunden und Prüfungen mussten abgesagt werden – und die Branche fürchtet laut Ebner auch, dass zahlreiche Kunden ihre Kurse gar nicht nachholen werden, weil die saisonbedingte Nachfrage, etwa nach Mopedscheinen, zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr gegeben ist.

„Es ist gerade der absolute Stillstand“, bestätigen etwa die Betreiber der Badener Fahrschule Steinmetz , Tanja und Christian Willixhofer. Sie warten derzeit täglich auf neue Informationen und bereiten trotz noch ungewisser Aussicht die Wiederaufnahme ihrer Arbeit vor. „Der Lehrsaal wurde schon so hergerichtet, dass ein Meter Abstand gehalten wird“, erzählen sie. Wenn an den Schulen die Oberstufen wieder geöffnet werden können, dann sollte das auch für die Fahrschulen gelten, meinen die beiden unisono.

Auf eine baldige Wiederöffnung hofft auch die Fahrschule Gansterer-Bognar in Neunkirchen. „Langsam stellt sich der Lagerkoller ein. Die Hauptsaison hätte jetzt begonnen, aber wir können gerade gar nichts tun“, beschreibt Chefin Michaela Bognar die Situation. Kurse, die jetzt nicht stattfinden konnten, werden nach hinten verschoben und später nachgeholt.

Österreichweit warten derzeit zwischen 10.000 und 20.000 Betroffene darauf, ihre Kurse und Prüfungen in den verschiedenen Führerscheinklassen zu absolvieren.

Fahrpraxis als Problem

Die 15-jährige Niederösterreicherin Karoline Greylinger teilt das Schicksal mit allen, die derzeit ihren Führerschein machen wollen. Den nötigen Theoriekurs konnte die Schülerin noch vor Ostern online vor dem Bildschirm absolvieren, jetzt bräuchte sie allerdings den Praxisteil mit der vorgeschriebenen Mindestzahl von zwölf Fahrstunden – zusammen mit einem Fahrlehrer im Wagen. Weil dies aufgrund des notwendigen Mindestabstandes nicht möglich ist, stockt die Ausbildung. Das nächste Problem sind die 3.000 Kilometer an Ausbildungsfahrten, die es für den L17-Schein abzuspulen gilt. „Die wollte ich eigentlich zum Großteil mit meiner Oma absolvieren, das geht jetzt aber aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht“, erzählt die Gymnasiastin.

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