Chronik | Österreich
29.10.2018

Bücher und Verkehr: Totgeglaubte leben länger

Das Ende der Zugführer oder der Schulbücher ist trotz zahlreicher Prognosen noch nicht in Sicht

Das papierlose Büro, das Ende des Schulbuchs oder selbstfahrende Züge. All diese Szenarien wurden bereits vor Jahren vorhergesagt, Realität sind sie aber noch nicht. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Themen. Gemeinsam haben sie aber alle, dass die Verantwortlichen noch abwarten wollen, um die möglichen Folgen einer Umstellung abschätzen zu können.

Erst vor Kurzem warnten etwa Augenärzte vor der Umsetzung des digitalen Schulbuchs weil das eine „Epidemie der Kurzsichtigkeit“ zur Folge hätte, wie es die Bundesvorsitzende der österreichischen Augenärzte, Helga Azem formuliert. Die komplette Umstellung von Büchern auf Tablets muss also gut überlegt sein. Selbstfahrende Züge sollen zwar bald im Wiener Öffinetz unterwegs sein, zunächst werden aber nur fünf Stationen von einer fahrerlosen Garnitur angefahren. „Wir testen das System erst bei der neuen Linie U5 aus und werden uns dann erst langsam umstellen. Das dauert noch Jahre“, sagt Wiener Linien-Sprecherin Johanna Griesmayr dem

KURIER. Versichern kann die Expertin, dass durch die Umstellung keine Jobs gefährdet sein werden. Das Personal soll sich künftig mehr um das Service für die Fahrgäste kümmern und in den Stationen als Ansprechpartner da sein.

Ähnlich ist es bei den ÖBB, wie deren CEO Andreas Matthä auf KURIER-Anfrage erklärt: „In den kommenden Jahren nehmen die ÖBB 10.000 neue Mitarbeiter auf. Digitalisierung ist natürlich auch bei uns ein zentrales Thema, um am Puls der Zeit zu bleiben. Der Mensch wird aber immer im Mittelpunkt stehen. Vor allem die persönliche Kundenbetreuung wird noch mehr an Bedeutung gewinnen.“