Chronik | Österreich
28.08.2018

Buben ertranken in Alter Donau: In Wasserpflanzen verfangen?

Britische Medien berichten, dass Wasserpflanzen der Auslöser für den tödlichen Badeunfall gewesen sein könnten

Am vergangenen Donnerstag verloren zwei Urlauber aus London ihr Leben beim Schwimmen in der Alten Donau. Die 15 und 19 Jahre alten Burschen hatten sich ein Boot gemietet und waren gegen 14 Uhr damit losgefahren. Trotz eines Großeinsatzes der Rettungskräfte konnten die Teenager am Abend nur noch tot geborgen werden. Wie es zu der Tragödie kam, war bisher unklar, doch nun berichtet die britische Tageszeitung The Bolton News, dass Wasserpflanzen der Auslöser gewesen sein könnten.

Die Zeitung, die sich auf Aussagen der Familie der Opfer bezieht, berichtet, dass der 15-jährige Jason zum Schwimmen in die Alte Donau stieg. Dann soll er sich in den Wasserpflanzen verfangen haben, weswegen er in Panik geriet. Als sein Cousin Joel sah, dass Jason Probleme hat, sprang er ins Wasser, um ihn zu retten. Laut Wasserretter Ralph Hamburger, ist es durchaus denkbar, dass die Wasserpflanzen für eine Panik verantwortlich sind: „Wenn man kein guter Schwimmer ist und nicht ortskundig, dann gerät man leicht in Panik, wenn man die Pflanzen berührt. Natürlich ziehen sie einen nicht in die Tiefe, aber so eine Situation ist nicht ungefährlich.“

Makrophyten-Plage

Dass es in diesem Bereich der Alten Donau viele Wasserpflanzen gibt, zeigte die Suchaktion. Die Feuerwehrtaucher waren über und über mit den Pflanzen bedeckt. Dabei handelt es sich um Makrophyten. Eigentlich wurden sie gepflanzt, um die Algenvermehrung zu stoppen. Mittlerweile wurden die Makrophyten aber selbst zu einer Plage. Die Stadt Wien ist mit Mähbooten unterwegs. Ob die Pflanzen tatsächlich der Auslöser des tödlichen Badeunfalls sind, ist unklar. Bei der Wiener Polizei wird derzeit nicht wegen eines Fahrlässigkeitsdelikts ermittelt.