Chronik | Österreich
23.11.2018

Bleiben Weiße Weihnachten wieder nur ein unerfüllter Wunsch?

Seriöse Prognosen sind frühestens Mitte Dezember möglich. Auch erste Trends sind heuer schwierig abzulesen.

In einem Monat ist Heiliger Abend. Nach mehreren grünen Weihnachten, wäre wieder einmal eine weiße Schneedecke am 24. Dezember eine willkommene Abwechslung. Wie groß die Chance ist, lässt sich heuer noch schwieriger ablesen als üblich. Nicht einmal irgendwelche Trends lassen sich derzeit in den aktuellen Wetterkarten halbwegs seriös ableiten. Die Stärke des Westwindbandes spielt für die Witterung im Winter eine entscheidende Rolle.

Da dieses Band heuer über Europa ungewöhnlich schwach ausgeprägt ist, sei die mittelfristige Prognosesicherheit geringer als sonst. "Wenn das Westwindband stark ausgeprägt ist, erleben wir im Winter meist mildes Wetter und die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten ist gering", sagt UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. In solchen Jahren könne man zumindest ab Mitte Dezember vorhersagen, dass im Flachland ein grünes Fest bevorstehe.

Immer mehr grüne Weihnachten

Generell müssen sich die Österreicher auf viel mehr grüne Weihnachten einstellen. Statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit für ein weißes Fest in den meisten Landeshauptstädten gerade mal bei zehn bis 20 Prozent. Die besten Chancen hat man in Salzburg mit knapp 30 Prozent sowie in Innsbruck und Klagenfurt mit etwa 35 Prozent. Durchschnittlich gibt es dort alle drei Jahre Schnee zu Weihnachten. Je höher sich der Wohnort befindet, desto größer sind auch die Chancen. Ab einer Seehöhe von etwa 500 Metern liegt die Wahrscheinlichkeit bei 40 Prozent, in 800 Meter Höhe bei 70 Prozent und ab 1200 Meter bei mehr als 90 Prozent.

Wahrscheinlichkeit nimmt ab

Aufgrund des Klimawandels nimmt die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland ab. Seit Beginn der 1980-er Jahren hat sich die Zahl der Schnee-Tage am 24. Dezember ungefähr halbiert. Insbesondere in den 2000-er Jahren hat die Häufigkeit abgenommen. In Wien und Eisenstadt war es zuletzt vor sechs Jahren weiß. Schneereste lagen im Vorjahr zumindest in Innsbruck. Am längsten müssen schon die Bewohner in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten auf weiße Weihnachten warten. Zuletzt gab es vor elf Jahren eine Schneedecke am Heiligen Abend.

Die Langzeitstatistik zeigt auch, dass es besonders in den 1960-er Jahren Schnee zu Weihnachten gab. In Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr rund um den 24. Dezember weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Wien 30 Zentimeter, in Eisenstadt 39 Zentimeter und in St. Pölten sogar 50 Zentimeter Schnee. In allen Landeshauptstädten Schnee zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996.

Erst Wochen nach Weihnachten sind im Schnitt die besten Chancen auf eine Schneedecke im Flach- und Hügelland, sagt Spatzierer: "im Hochwinter, also Ende Jänner und Anfang Februar".