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Chronik Österreich
10/19/2020

Bilanz 2020: Diese Ernte war durchwachsen

Die steirische Landwirtschaft schwankt zwischen Totalausfällen etwa bei Marillen und Rekordmengen beim Getreide.

von Elisabeth Holzer

Es ist kein leichtes Jahr für die steirischen Bauern: Mit 45,3 Millionen Euro bezifferte Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher am Montag den finanziellen Schaden durch Wetterextreme  - im Vorjahr waren es 27 Millionen Euro.

Die Verluste entstanden durch Frost (26 Millionen Euro), Hagel und Überschwemmung (15,3 Millionen Euro) sowie Dürre (vier Millionen Euro).

Es wird wärmer

Titschenbacher führt das auf den einsetzenden Klimawandel zurück und belegt durch Zahlen: Zwischen 1981 und 2010 sei die jährliche Durchschnitts--Temperatur um 1,5 Grad gestiegen. Die Temperaturen im Februar stiegen sogar um vier Grad an, was wiederum vor allem Obstkulturen zu früh austreiben lässt und sie für Spätfrost im März anfällig macht.

2020 war bestimmt durch das Trio Trockenheit, Spätfrost und Starkregen, beschreibt Vizepräsidentin Maria Pein. Sie setzt als Gegenmittel für die extremen Wetterereignisse auf langfristigen Humusaufbau der Ackerböden, doch das sei ein „Generationenprojekt“. Aber es gäbe auch kurzfristige Erfolge: Bereits nach einem Jahr mit Begrünungen oder Rücklassen von Feldfrüchten auf dem Acker könne der Boden bis zu zwei Liter Wasser pro Quadratmeter mehr aufnehmen.

Schutz vor Erosion

Das würde vor Erosionen und Überschwemmungen schützen. „Ein humusreicherer Boden speichert Wasser, schützt Pflanzen vor Trockenheit und den Boden bei Starkregen vor Abschwemmung“, schildert Pein. Noch gar nicht in der Bilanz eingerechnet ist der Verlust durch eingeschleppte Schädlinge. Die aus Asien stammende Kirschessigfliege zerstörte heuer etwa die halbe Holunderernte, bedauert Kammeramtsdirektor Werner Brugner manche Landwirte klagen über Totalausfälle.

Die Erntebilanz fällt heuer also durchwachsen aus, hier ein Überblick.

Äpfel und Birnen: Mehrere Frosteinbrüche im März und April ruinierten die Blüte, entsprechend mager fiel die Erntemenge aus bei den Äpfeln ist sie heuer um ein Drittel geringer als üblich, bei den Birnen um 40 Prozent.

Marillen: Heuer ein Totalausfall, ebenfalls wegen des späten Frosts.

Kürbis: Die Erntemenge fiel mit 630 Kilogramm pro Hektar nur durchschnittlich aus, allerdings sei die Qualität der Kerne besonders gut, wie es hieß. Das wird die Liebhaber des Kürbiskernöls freien.

Fruchtgemüse: Tomaten, Paprika und Gurken lieferten durchschnittliche bis gute Erträge. Der Anbau fiel aber in den heuer zu kühlen Mai, dadurch verzögerte sich das Wachstum.

Getreide: Die Erntemenge von Weizen war überdurchschnittlich, bei der Gerste gab es sogar Rekorde mit Erträgen von zehn Tonnen je Hektar. Die Trockenheit im April konnte dem Getreide heuer wenig schaden, da Wasservorräte aus den November-Niederschlägen gespeichert waren. Beim Mais gab es ebenfalls eine überdurchschnittliche Ernte mit bis zu 18 Tonnen Korn je Hektar.

Wein: Geschätzt wird ein Ertrag von 253.000 Hektoliter das wäre die drittgrößte Ernte überhaupt und fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Zier- und Gemüsepflanzen, Bäume: Corona-bedingt laut Landwirtschaftskammer heuer „der große Renner“. Vor allem Obstbäume waren stark gefragt.

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