Chronik | Österreich
06.12.2018

Berittene Polizei: Strafprozess gegen den Ausbildungsleiter

Nach dem Unfall einer Reitschülerin wurde erst nach acht Tagen eine Anzeige erstattet.

Der vom KURIER aufgedeckte Unfall bei der berittenen Polizei in Wiener Neustadt am 19. Juli hat nun auch ein gerichtliches Nachspiel. Gegen den damaligen Ausbildungsleiter Roland P. wurde ein Prozess wegen fahrlässiger Körperverletzung eingerichtet, berichten die Salzburger Nachrichten. Das Innenministerium erfuhr erst durch eine Anfrage des KURIER überhaupt von dem Unfall, bei dem sich eine 29-jährige Polizeischülerin das linke Schlüsselbein brach.

Das Pferd „A-Rock“ trabte auf einer Wiese für einen Fototermin als es in ein (knietiefes) Loch stieg. Dabei handelte es sich um eine Art Grube für eine Fahnenstange, hieß es bisher. Im Prozess stellte sich allerdings heraus, dass es offenbar gleich 17 solcher Löcher auf der besagten Reitwiese gab. P. hätte das wissen müssen, lautet der Vorwurf.

„Chaotisch“

P., der vier Tage danach von seiner Abberufung erfuhr, schilderte dem Gericht, dass es sehr chaotisch bei der Pferdestaffel zuging. Er betonte, dass Steiner zwar die Beschaffung der Pferde in Auftrag gab, aber nicht für die Infrastruktur gesorgt haben soll. Der private Heeressportverein musste mit Pflegern, Futter und Sätteln aushelfen. Bis zum Unfall hatte es keine kommissionelle Begehung der Anlage durch das Ministerium gegeben.

Obwohl an der Unfallstelle sieben Polizisten waren, wurde offenbar keine Anzeige erstattet. Erst das Spital hat nach acht Tagen die Polizei verständigt, worauf es zum Prozess kam.

Der Prozess wurde am Donnerstag vertagt. Laut dem SN-Bericht prüft die zuständige Bezirksrichterin nun, ob nicht der Projektleiter und Kabinettsmitarbeiter von Herbert Kickl, Hannes Steiner, eigentlich dafür verantwortlich sein müsste.