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Chronik Österreich
03/12/2021

Befremden über Impf-Text von Pfarrer: Erzdiözese schreitet ein

In Zell am Ziller ortet der Bürgermeister beim örtlichen Pfarrer "Stimmungsmache gegen das Impfen"

Im Bezirk Schwaz wird seit Donnerstag auf Teufel komm raus geimpft, um die dort verbreitete Südafrika-Variante in den Griff zu bekommen. Im Zillertal, das besonders von den Mutationen betroffen ist, sorgt indes ein Pfarrer und Dekan mit seinen Ansichten über die Massenimpfaktion für Befremden.

„Es ist nicht in Ordnung, so massiv gegen das Impfen Stimmung zu machen. Da sollte sich die Kirche zurückhalten“, sagt Robert Pramstahler, der Bürgermeister von Zell am Ziller zum KURIER über einen Text, den der Pfarrer der Gemeinde, Ignaz Steinwender, am Montag online gestellt hat.

Steinwender behauptet darin unter dem Motto „Zehn Gebote für eine freie Entscheidung“ unter anderem zur Impfung: „Erhöhtes Krebsrisiko ist nicht ausgeschlossen“ oder, dass Schäden „in unserem Zellkern verursacht werden könnten“.

Vom KURIER gefragt, mit welcher Kompetenz er solche medizinischen Behauptungen aufstelle, meinte der Dekan: „Natürlich gebe ich keine ärztlichen Tipps.“ Er habe auch kein Interesse, auf jemand direkt Einfluss zu nehmen, versicherte der Dekan.

Seine „zehn Gebote“ erwecken einen anderen Eindruck. „Man studiert an uns, wie sich der Impfstoff auswirkt“ und „Wir sind also Versuchsobjekte“ heißt es in einer Passage des Textes.

Ohne jegliche Evidenz wird behauptet, es gäbe „schon viele Erfahrungen, dass Leute in unmittelbarem Zusammenhang mit der Impfung krank wurden bis hin zu Todesfällen“.

Erzdiözese schreitet ein

Nach dem Gespräch am Freitagnachmittag nahm Steinwender den Text von der Homepage – auf Anweisung des Generalvikars der Erzdiözese Salzburg, wie der Pfarrer auf der Seite erklärte.

Salzburgs Erzbischof Franz Lackner erklärte am Freitag in einem Interview mit Kathpress auf die Impfungen angesprochen, dass sich die Bischöfe an die Experten hielten. Er betonte: „Die Impfung ist ein Weg aus der Krise heraus. Wir unterstützen diesen Weg.“

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