Acht von zehn Autofahrern finden ihre Fahrkünste "gut" bis "sehr gut"
Zusammenfassung
- 80 Prozent der Autofahrer schätzen ihre Fahrkünste als gut bis sehr gut ein, was sich laut Versicherung nicht in den Schadenszahlen widerspiegelt.
- Die Mehrheit empfindet Werkstattpreise als zu hoch, während das Auto für 40 Prozent einen sehr hohen Stellenwert hat und 45 Prozent es fast täglich nutzen.
- 67 Prozent befürworten Alko-Sperren im Auto, während die Meinungen zu digitaler Vignette und autonomem Fahren gespalten sind.
Österreichs Autofahrerinnen und Autofahrern mangelt es nicht an Selbstbewusstsein. 35 Prozent sind der Meinung, über "sehr gute" Fahrkünste zu verfügen, immerhin 48 Prozent erachten sich noch als "gute" Automobilisten. Lediglich ein Prozent findet sich "gar nicht gut", so das Ergebnis einer Umfrage der Wiener Städtischen.
Mit der Realität hält das aber nicht unbedingt mit, wie Vorstandsdirektorin Doris Wendler schmunzelnd erklärte.
Autofahrer finden Preise zu hoch
"So ganz spiegelt sich das in unseren Schadenszahlen nicht wider", meinte Wendler bei der Präsentation der Umfrage (Sample: 1.000 Personen mit und ohne Auto). Eine leichte Diskrepanz zeigt sich auch bei der Einschätzung der Autowerkstätten. So sind laut Umfrage 82 Prozent mit den Leistungen "sehr zufrieden" bzw. "zufrieden". An der Kassa wechselt aber die Laune schlagartig: 83 Prozent empfinden die Preise "viel zu hoch" oder "etwas zu hoch".
124 km/h ist der Autobahn-Durchschnitt
Eher anfreunden können sich die Autofahrer mit dem Tempolimit in Österreich. Im Durchschnitt der Befragten wird auf der Autobahn 124 km/h gefahren. 21 Prozent reicht nach Eigenangaben das Tempolimit von 130 km/h nicht aus um von A nach B zu kommen. Unter 100 km/h fahren allerdings nur zwölf Prozent der Umfrage-Teilnehmer. Wobei: Die Befragung fand vor dem Iran-Krieg und der damit stark gestiegenen Spritpreise statt.
Zumindest vor dem Krieg im Nahen Osten war die Kauflaune der Österreicherinnen und Österreicher groß: 26 Prozent gaben an, in den nächsten zwölf Monaten einen Autokauf zu planen. Wobei hier auch Wunschdenken mitschwingen mag, denn die Zulassungszahlen sprechen eine andere Sprache: Im Vorjahr wurden knapp 285.000 Autos neu zugelassen und am Gebrauchtautomarkt 825.000 Pkw verkauft, geht aus Zahlen der Statistik Austria hervor.
45 Prozent nutzen Auto täglich
Für Vorstandsvorsitzende Wendler zeigt die Umfrage, dass der Stellenwert des Autos zuletzt zugenommen hat, insbesondere bei den Jungen. Dafür sprechen auch steigende Führerscheinzahlen. 159.242 Führerscheine wurden laut Statistik Austria im Jahr 2024 ausgestellt. Das entspricht einer Zunahme von zwei Prozent gegenüber 2023. Immerhin für 40 Prozent aller Befragten hat das Auto einen "sehr hohen Stellenwert". 45 Prozent würden ihr Auto fast täglich benutzen.
Dass Diskussionen über die Reichweite von E-Autos nicht immer mit der Eigennutzung in Korrelation stehen, zeigt die durchschnittliche Zahl der gefahrenen Kilometer pro Tag. Fast die Hälfte aller Fahrten ist kürzer als 25 Kilometer. Mehr als 100 Kilometer pro Tag fahren nur drei Prozent. Trotzdem wünschen sich fast zwei von drei Befragten eine Reichweite von E-Autos von mindestens 400 Kilometern.
Die Zahl neuer Elektrofahrzeuge ist im Vorjahr um fünf Prozent auf rund 292.100 angestiegen, berichtet der VCÖ. "Drei Viertel davon waren mit fast 223.000 erneut Elektrofahrräder. In absoluten Zahlen gab es bei E-Pkw die größten Zuwächse, prozentuell legten Lkw und Busse am stärksten zu, deren Neuzulassungen sich - auf niedrigem Niveau - verdoppelten.
Klares Votum für "Alko-Sperren"
Ziemlich eindeutig ist die Meinung der Österreicherinnen und Österreicher zu "Alko-Sperren" in Autos: 67 Prozent sprechen sich in der Umfrage der Wiener Städtischen klar dafür aus. Für Wendler zeigt sich, dass die Akzeptanz für strengere Verkehrsstrafen steigen würde. Anders sieht es mit der Freude über die Digitale Vignette aus: Während 49 Prozent darin eine Service-Verbesserung durch die Asfinag sehen, empfinden sie 51 Prozent als Zwangsdigitalisierung.
Skepsis ist auch beim autonomen Fahren angesagt: Knapp die Hälfte der Befragten sieht dies als Risiko. Aber für knapp ein Drittel ist es vorstellbar, ein selbstfahrendes Auto zu kaufen.
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