Chronik | Österreich
02.10.2018

Arzt sprang ab: Therapie des schwerkranken Georg stockt

Geld für die Behandlung des 13-jährigen Buben aus der Steiermark wurde durch Spenden aufgebracht.

Vor zwei Monaten sah es aus, als wäre Georg bereits gerettet: Durch eine Spendenaktion kamen jene 308.000 Euro zusammen, die für seine Therapie nötig sind. Doch die Behandlung des 13-Jährigen hat noch immer nicht begonnen: Der Arzt aus Oberösterreich, der sie zusicherte, ist abgesprungen.

„Das Geld liegt auf einem Treuhandkonto. Die Familie ist zuversichtlich, dass demnächst mit der Behandlung begonnen werden kann“, versichert Rechtsanwältin Karin Prutsch trotz des Rückschlags. Sie vertritt Georg und seine Mutter Claudia Polic: Mit Klagen vor dem Zivilgericht und Anträgen auf einstweilige Verfügung versuchte sie, die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGES) zu Georgs Behandlung mit dem Medikament „Spinraza“ zu zwingen. Die KAGES lehnt nämlich ab, der Bub sei zu alt, der Erfolg nicht garantiert.

Das Gericht gab der KAGES vorläufig recht, die Behandlung unterblieb. Georg leidet an Muskelschwund, der seinen Körper stückweise lähmt. Ohne Therapie verläuft die Krankheit tödlich. Das Medikament „Spinraza“ könnte helfen, sind Polic und Prutsch überzeugt. Nachdem die KAGES nicht bereit war, die teuren Spritzen zu verabreichen, wandte sich Prutsch mit Videos an die Öffentlichkeit und bat um Spenden. Als die notwendige Summe erreicht war, stoppte sie die Sammlung.