Arzt Klepetko: "Niki Lauda ist ein großer Kämpfer"

Ein wichtiger Faktor für die Genesung ist die mentale Stärke
Aufgewacht. Lauda atmet wieder selbstständig.

Die erste Hürde ist geschafft: Formel-l-Star und Motorsport-Legende Niki Lauda wurde am Samstag aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt. Beatmungsschläuche wurden entfernt. Lauda kann wieder selbstständig atmen. In einem Interview mit „Bild am Sonntag“ verriet Walter Klepetko, Leiter der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie am Wiener AKH, dass er für die Genesung zuversichtlich ist. Vor allem die mentale Komponente wird dabei ausschlaggebend sein, wie Klepetko sagt: „Er muss wirklich ein Kämpfer sein, wirklich wollen. Einen größeren Kämpfer als Niki Lauda wird es nicht so leicht zu finden geben.“

Arzt Klepetko: "Niki Lauda ist ein großer Kämpfer"

Walter Klepetko, Leiter der Thoraxchirurgie am Wiener AKH

Lauda lernt atmen

Nach und nach wurde Lauda aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt. Derzeit deutet alles darauf hin, dass der Körper die neue Lunge gut angenommen hat. Aufgrund schmerzender Stimmbänder ist das Sprechen derzeit noch aufs Wesentliche (Ja/Nein) reduziert. Er selbst fühlt sich gut, er hält sich strikt an die Instruktionen der Ärzte und Krankenschwestern und sein Engagement ist enorm. Lauda absolviert bereits jetzt erste Atemübungen, dadurch soll vor allem die richtige Atmung wieder erlernt werden.

Klar ist jedoch auch, dass jeder Transplantationspatient lebenslang ein Patient bleibt. Klepetko führt weiter aus, dass sich Lauda ein lebenslang einer immunsuppressiven Behandlung (Anm. Kombination von Medikamenten verschiedener Substanzgruppen) unterziehen und regelmäßige Kontrollen wahrnehmen muss. „Natürlich ist ein Patient mit einer Nierentransplantation ein erschwerender Faktor. Umgekehrt aber hat er bereits eine Immunsuppression, somit ist nur eine Veränderung dieser notwendig.“ Aber das Leben, das der Patient danach führen kann, kann hervorragend sein, bekräftigt der Mediziner. Wann Lauda das Krankenhaus verlassen kann, sei derzeit noch völlig unklar. „Wir haben auf jeden Fall keine Eile. Das Wichtigste ist, dass er am Ende die Klinik in einem guten Zustand verlässt“, sagt Klepetko.

Auslöser für die Not-Operation dürfte eine übergangene Sommergrippe sein. Mitte Juli brach Lauda seinen Urlaub ab, um sich in Wien behandeln zu lassen.

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