© Mario Urbantschitsch (LACHKASTL)

Chronik Österreich
09/12/2021

Gabalier im Interview: "Ich kann nicht auf halbem Weg kehrtmachen"

Der Musiker wird in der Seilschaft von SchauTV und krone.tv live den Großglockner besteigen. Ein Gespräch über Bergsteigen und Erfolg.

von Anja Kröll

Am Sonntag in einer Woche will er bei Österreichs TV-Highlight „Großglockner live“ zum ersten Mal auf dem Dach des Landes stehen: Volks Rock‘n‘Roller Andreas Gabalier. SchauTV und krone.tv begleiteten ihn vorab beim Training auf seinen Hausberg, dem Zirbitzkogel.

KURIER: Was geben dir die Berge?

Andres Gabalier: Ich bin groß geworden in den Bergen. Wir sind mit der Verwandtschaft, den Cousinen, den Cousins, den Onkeln, Großeltern, immer hier oben gewesen. Das hat in den vergangenen zehn Jahren nochmals eine ganz andere Bedeutung bekommen. Weil es für mich immer der Ruhepol war. Zwischen dem turbulenten Öffentlichkeitsdasein und den medialen Tumulten habe ich beim Berggehen immer meine Ruhe und den körperlichen Ausgleich gefunden.

Stimmt es, dass du kurz vor Konzerten in die Berge gehst, um Kraft zu tanken?

Ja. Es gibt persönliche Rituale. Ich habe schon oft das eine und andere Kerzerl am Gipfel bei Unwettern angezündet, dass in den Stadien, bei den Tourneestarts immer alles gut geht. Wir sind auch sehr religiös von den Großeltern und Eltern erzogen worden, haben schöne Kirchengemeinschaften mit auf den Weg bekommen, und deshalb habe auch ich so meine kleinen Kerzerlrituale. Der Heiligenschein fehlt mir aber.

Hat dich der Berg ein Stück zu deinen musikalischen Gipfelsiegen geführt?

Bestimmt. Das ist so eine Sucht, so ein Drang, ganz hinauf zu kommen. Ich kann nicht auf halbem Weg kehrtmachen, ich muss immer ganz hinauf. Bevor man das Gipfelkreuz nicht angreift, war es keine Bergtour.

Da sehe ich Parallelen zur Erfolgsgeschichte der letzten Jahre. Vor zehn Jahren habe ich gesagt, dass ich ganze Hallen füllen möchte, wie das damals bei Herbert Grönemeyer der Fall war. Damals wurde ich zu Hause oft belächelt, weil ich ja Musik in Mundart mache, in Dialekt und das in Deutschland für viele österreichische Großhelden immer eine große Hürde war. Ich habe nie aufgegeben, bin mit viel Einsatz und Disziplin ganz hinaufgekommen.

Die Leute wollen raus, die wollen einen Ausgleich vom beruflichen Alltag – jetzt wohl auch durch Corona.

Andreas Gabalier

Da war das Berggeschehen, die Wurzeln, von denen ich erzähle, singe und schreibe, maßgeblich mitverantwortlich. Ich glaube auch, dass sich die Leute in dieser Hektik, in diesem Stress, in diesem Rad in dem wir uns befinden, auch immer mehr danach sehnen. Ich beobachte, dass der Alpentourismus boomt. Die Leute wollen raus, die wollen einen Ausgleich vom beruflichen Alltag – jetzt wohl auch durch Corona. Eine Flucht in die Höhe, um einfach diese Sorgen unten im Tal zu lassen.

Wie wichtig ist dir der Erhalt der Natur und Nachhaltigkeit?

Wir hören viel von Klimaerwärmung und Naturkatastrophen. Ich sage immer: Willst du die Welt verändern, dann musst du vor der eigenen Haustüre anfangen. Das ist unsere große Verantwortung, dass wir respektvoll mit diesem Planeten umgehen.

Speziell was die Berglandschaften angeht, wird es auch in Zukunft ein sehr wichtiges Thema werden, dass es genug Bauern gibt, die sich diese Schwerarbeit antun, speziell die Bergbauern. Die Milch kommt nicht aus dem Supermarktregal. Die kommt vom Land. Da gibt es ganz, ganz fleißige Bauern, die zwei Mal am Tag in den Stall gehen, Sommer wie Winter hier oben am Berg leben. Das ist Nachhaltigkeit, auf die man schauen muss und die gefördert gehört.

Du wirst kommenden Sonntag erstmals bei „Großglockner Live“ auf Österreichs höchstem Berg stehen. Was geht einem vor so einer Tour durch den Kopf?

Ich freue mich riesig darauf und bin sehr gerne dabei. Ich war den ganzen Sommer über auch sehr sportlich unterwegs. Etwa beim Mountainbiken, ein bis zweimal pro Woche, und ich gehe regelmäßig einmal pro Woche laufen. Coronabedingt war ich heuer auch viel am Wörthersee, wo sich ja meine zweite Heimat befindet.

Wir werden natürlich auch ein bisschen musizieren. Ich werde meine Gitarre und meine Harmonika vielleicht sogar mitschleppen. Wir werden uns zwei drei schöne Tage am Großglockner machen.

Es ist das TV-Event der Superlative: Gemeinsam mit SchautTV und krone.tv können Sie von Ihrem Wohnzimmer aus Teil der ersten Livebesteigung des höchsten Berges Österreichs, des Großglockners (3.798), werden. Los geht es am Freitag,  17. 9, ab 20.15 Uhr mit einer musikalischen Einlage von Andreas Gabalier  von der Franz Josefs Höhe aus 2.369 Metern Seehöhe – sozusagen das Basecamp der Expedition.

Hier entstehen für den Zeitraum von „Großglockner Live“ zwei TV-Studios. Insgesamt erwartet die Zuseher ein 15-stündiges Live-Programm mit prominenter Besetzung. Dabei stets im Fokus: Unsere Umwelt. Getreu dem Motto: Gemeinsam in der Natur, für die Natur, setzt das Event einen Schwerpunkt auf den Naturschutz im alpinen Gelände sowie auf Nachhaltigkeit.

Während es für die Seilschaft mit Musiker Gabalier am Samstag und Sonntag auf der Route der Erstbesteiger auf das Dach Österreichs geht, erwarten Sie von Freitag bis Sonntag immer um 20.15 Uhr spannende Talkrunden und die Highlights des Tages. Atemberaubende Bilder und Hochspannung pur sind von 17. bis 19. September im Schatten des Glockners garantiert.

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