Chronik | Österreich
20.08.2018

Analyse: Das Geschäft mit dem leeren Magen

Wie Uber Eats, Lieferservice, Foodora und Mjam um die Marktherrschaft kämpfen

Das Geschäft mit dem leeren Magen brummt. „Zum Gesamtvolumen der gesamten Branche vom Vorjahr sehen wir einen Anstieg von 20 bis 40 Prozent“, heißt es vom Lieferdienst Foodora. Doch auch andere Player mischen am Markt mit: der amerikanische Anbieter Uber Eats, Lieferservice (ein Teil der niederländischen Takeaway-Gruppe) sowie Mjam (gehört wie Foodora zu Delivery-Hero).

Dass der Markt heiß umkämpft ist, sieht man in Frankreich, Italien, in den Niederlanden und in Australien. Dort hatte das Unternehmen erst vor Kurzem den Rückzug angekündigt. In Wien, dem einzigen österreichischen Zustellgebiet, ist innerhalb von zwei Monaten die Anzahl der angestellten Mitarbeiter von 70 auf 60 gesunken. Die Zahl der freien Dienstnehmer ist dafür gestiegen. Diese Entwicklung kritisiert der Betriebsrat (siehe Interview).

Die Schwestermarke Mjam steckt in puncto Essenslieferung auf zwei Rädern noch in den Kinderschuhen. Erst seit wenigen Monaten radeln Zusteller in Graz zu den Kunden, mittlerweile auch in Salzburg. In Innsbruck soll der Service ebenfalls bald verfügbar sein.

11 Euro pro Stunde

Einige Hundert Fahrradboten beschäftigt derzeit auch Lieferservice. Das Essen wird von den Mitarbeitern mit eBikes ausgeliefert. Die Boten befinden sich alle in einer Festanstellung und sind sozialversichert. „Jeder Fahrer, auch Mini-Jobber, erhalten Urlaub und Lohnfortzahlung bei Krankheit“, heißt es auf Anfrage. Bedeckt hält man sich jedoch bei der Bezahlung: „Die Fahrer bekommen eine Bezahlung, die über dem Mindestlohn liegt.“ Einzelheiten will man keine preisgeben.

In der Community macht jedenfalls das Gerücht die Runde, dass bei Lieferservice die besten Bedingungen herrschen. Das bestätigt ein Lieferservice-Mitarbeiter dem KURIER. „Bei uns ist es am besten, weil wir nicht pro Lieferung bezahlt werden, sondern 11 Euro Gehalt pro Stunde erhalten“, erzählt er.

Wie viele Fahrradkuriere Uber Eats beschäftigt, wird auf Anfrage nicht verraten – genau so wenig wie der Verdienst. Ein Fahrer erzählt aber, dass er pro Auftrag und Kilometer vergütet werde: „Für eine Lieferung bekomme ich drei bis vier Euro.“

Konstantin Auer, Daniel Melcher