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Chronik Österreich
01/22/2020

Akademikerball: Demo könnte Schönborn-Feier stören

1.600 Polizisten sollen am Freitag 700 Aktivisten im Zaum halten. Zeitgleich findet im Stephansdom ein Konzert statt.

von Birgit Seiser

Unter dem Motto „Burschis blockieren“ werden linke Aktivisten am Freitagabend durch die Wiener Innenstadt ziehen und versuchen, den von der FPÖ organisierten Akademikerball zu stören.

Der Protest hat Tradition. Waren es vor zwei Jahren aber noch 8.000 Menschen, die ihren Ärger über die rechten Ballgäste lautstark Luft machten, wurden bei der Polizei diesmal nur 700 Teilnehmer angemeldet.

Weil aber immer die Möglichkeit besteht, dass sich weitaus mehr Menschen dem Marsch anschließen, stellt die Polizei 1.600 Beamte ab, um die Sperrzone rund um die Hofburg zu schützen. Die ist relativ weitläufig: Sie erstreckt sich vom Heldenplatz über den Maria-Theresien-Platz zur Goethegasse und zum Michaelerplatz (siehe Grafik). Sie ist von 17 bis 22 Uhr aufrecht. Autofahrer sollten diesen Bereich in der Zeit meiden.

Demo könnte Konzert stören

Der Demozug wird um 18 Uhr vor der Hauptuniversität starten und entgegen der Fahrtrichtung des Rings zum Museumsplatz, zum Getreidemarkt und zur Operngasse ziehen, wo dann eine Schlusskundgebung stattfinden soll.

In den vergangenen Jahren war es vereinzelt zu Ausschreitungen gekommen, die alle erst nach dem Ende der Demo passierten. Besonders brutal ging es im Jahr 2014 am Stephansplatz zu.

Sollten autonome linksradikale Gruppen die Proteste auch heuer noch nach dem Ball fortsetzen, könnte eine Veranstaltung davon beeinflusst werden, die so gar nichts mit Politik zu tun hat. Anlässlich des 75. Geburtstags von Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, findet im Stephansdom ab 19.30 Uhr ein Benefizkonzert statt.

„Walk of Shame“

Der Startschuss für die Protestaktionen gegen den Akademikerball fällt bereits am Donnerstagvormittag um 10 Uhr, wenn das Bündnis „Jetzt Zeichen setzen“ zu einer Präsentation am Heldenplatz lädt. Dort sollen alle umstrittenen Gäste des Akademikerballs der vergangenen Jahre besprochen werden. Als Bündnispartner mit dabei ist auch Niki Kunrath, Wiener Landtagsabgeordneter der Grünen. „Ich will einfach nicht, dass Rechtsextreme in den Prunksälen der Wiener Hofburg tanzen. Wir werden nach der Präsentation einen Walk of Shame in der Stadt veranstalten“, sagt Kunrath.

Offiziell wird es keinen „grünen Block“ bei der Demo am Freitagabend geben, sagt der Landtagsabgeordnete. Er ist sich aber sicher, dass viele Grün-Wähler an den Protesten teilnehmen werden.

Während draußen die Polizei alles im Blick behält, wird auch in der Hofburg kontrolliert. Laut Ballorganisator Udo Guggenbichler werden hochauflösende Gesichtserkennungskameras – wie auch schon in den vergangenen Jahren – dafür sorgen, dass etwaige Störenfriede schnell ausgemacht werden können. 

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