Chronik | Österreich
05.06.2018

Airport mit neuem Tower, Hotel und Shopping-City

© Bild: Daniel Raunig

Landesregierung stimmt der Teilprivatisierung zu. Businessplan ist sehr ambitioniert.

470.000 Fluggäste zählte der Klagenfurter Flughafen in seiner Hochblüte im Jahr 2007 unter Landeshauptmann Jörg Haider, als dieser die Billiglinie Ryanair mit einer Million Euro jährlich subventionierte. In diese Sphären will der neue Haupteigentümer, die Lilihill Group, in den kommenden sieben Jahren auf andere Art und Weise vorstoßen: Ein Hotelkomplex, ein Einkaufszentrum sowie ein neuer Tower sollen den Airport gehörig aufpeppen.

Die Landesregierung fasste am Dienstag einen einstimmigen Beschluss zur Teilprivatisierung des Flughafens, das grüne Licht der Stadt Klagenfurt wird in den nächsten Tagen erwartet. Investor Franz Peter Orasch übernimmt mit seiner Lilihill-Gruppe um einen Kaufpreis von rund acht Millionen Euro 74,9 Prozent, der Betriebsgesellschaft; 25,1 Prozent bleiben im Eigentum von Stadt und Land.

Alle Parteien jubeln

Orasch, der die Öffentlichkeit meidet, hatte am Vormittag allen im Landtag vertretenen Kräften seine Pläne präsentiert. Selbst die Chefs der Oppositionsparteien FPÖ und Team Kärnten, Gernot Darmann und Gerhard Köfer, schwärmten danach von einem „sehr überzeugenden Projekt“ bzw. einer „Riesenchance für den Tourismusstandort“, schwiegen sich aber wie SPÖ und ÖVP über Details aus.

KURIER-Informationen zufolge hat Orasch einen ambitionierten Businessplan präsentiert; dieser sieht vor, dass der Airport in den kommenden fünf bis sieben Jahren nahezu 500.000 Fluggäste abfertigt. Dafür müsste sein Unternehmen die Passagierzahlen aus dem Vorjahr – 216.905 – mehr als verdoppeln. Landeshauptmann Peter Kaiser ( SPÖ) meinte, auf diese Zahlen angesprochen, lediglich: „Sollte der verlässlichste Partner, die Austrian Airlines, an Bord bleiben, halte ich Steigerungen auf 350.000 bis 450.000 Gäste für möglich. Auch, weil wir neuen Airlines exklusive Slots anbieten können.“

Verdoppelt werden soll laut Businessplan auch die Quote jener Touristen, die Kärnten per Flugzeug erreichen: Aktuell reisen nämlich von rund drei Millionen Gästen nur bescheidene 0,8 Prozent über den Luftweg an.

Martin Gruber, ÖVP, sprach davon, dass die Pläne der Lilihill-Gruppe eine „Weiterentwicklung des ganzen Flughafengeländes“ erwarten lassen. Damit deutete er an, dass Orasch dort einen Hotelkomplex errichten will. Erst kürzlich ist der Völkermarkter Investor in diese Branche eingestiegen, er saniert in Klagenfurt um 20 Millionen Euro das Hotel „Moser Verdino“.

Hangar-7-Kopie

Die Pläne am Airportgelände beinhalten weiters den Neubau des Towers, einer Tiefgarage sowie eine Umgestaltung des Terminals samt überdachtem Zugang zu den Flugzeugen. Damit nicht genug: Angedacht ist außerdem die Errichtung einer Shopping-Mall sowie eines multifunktionalen Flughafengebäudes, angelehnt an den Hangar-7 am Salzburger Airport.