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Lehrer-Chef Stockinger zweifelt am Sinn der Schüler-Laptops

50 Millionen für Schüler-Laptops: AHS-Gewerkschaftschef Stockinger stellt Nutzen infrage und fordert ein neues Modell.
AHS-Gewerkschaftschef Georg Stockinger

Zusammenfassung

  • AHS-Gewerkschafter Georg Stockinger begrüßt die budgetbedingte Verschiebung der Geräteinitiative auf die zweite Klasse aus pädagogischen Gründen.
  • Stockinger sieht die bisherigen Schüler-Laptops kritisch und regt an, statt einzelner Kinder künftig die Schulen mit Geräten auszustatten.
  • Als Hauptproblem der Digitalen Grundbildung nennt er neben der Hardware vor allem den Mangel an qualifizierten Lehrkräften.

Wegen der Einsparungen im Bildungsbudget werden ab dem Schuljahr 2027/28 über die Schule erst in der zweiten Klasse Mittelschule und AHS-Unterstufe Laptops oder Tablets an die Kinder verteilt, nicht mehr schon im ersten Jahr. Der neue Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Georg Stockinger (FCG), findet die Verschiebung aus pädagogischen Gründen positiv. Er stellt überhaupt zur Diskussion, in Zukunft anstelle der einzelnen Kinder die Schulen mit den Geräten auszustatten.

Finnland-Methode als Vorbild

Mittlerweile setze sich auch bei bisherigen europäischen digitalen Vorreitern wie Finnland der Zugang durch, dass Kinder zuerst bestimmte Fähigkeiten erlernen und erst danach digitale Hilfsmittel verwenden sollen, betonte der ÖVP-Lehrervertreter im Gespräch mit der APA.Dementsprechend sei es „gar nicht verkehrt“, in Zukunft in der ersten Klasse noch nicht mit dem Tablet oder Laptop zu arbeiten und im Gegenzug etwa bei der „Digitalen Grundbildung“, die 2022 als zweistündiges Pflichtfach für die Zehn- bis 14-Jährigen eingeführt wurde, etwa die Stunden umzuschichten.

Die Geräte-Initiative, über die seit 2020 über 600.000 Kinder gegen einen Kostenbeitrag eigene Laptops und Tablets bekommen habe, sieht Stockinger insgesamt skeptisch. „Wenn ich mir anschaue, was im Lehrplan “Digitale Grundbildung„ drinsteht und was in der Unterrichtsrealität passiert, dann ist das teilweise Tag und Nacht.“ Bis alle Zehnjährigen ihr Gerät eingeschaltet haben, sei manchmal die Stunde schon wieder aus. Nicht immer hätten alle einen aufgeladenen Rechner dabei. Er kenne auch Fälle, da wurden die Schülergeräte auch als „zu minderwertig“ verweigert oder weiterverkauft. „Es gibt da Rückmeldungen, wo einem schwindlig wird.“

Schulen und nicht Schüler ausstatten

Der Gewerkschafter stellt in Frage, ob das Steuergeld - pro Schuljahr sind es 50 Mio. Euro - hier gut investiert ist. „Ich sehe das sehr kritisch.“ Er will darüber diskutieren, ob es nicht sinnvoller wäre, die Mittel für die Schülerlaptops einzusparen und nach dem Vorbild Finnlands stattdessen die Schulen mit Geräten auszustatten, die die Kinder und Jugendlichen dann bei Bedarf nutzen können.

Ein „Riesenproblem“ bei der „Digitalen Grundbildung“ ist für Stockinger unabhängig von der Hardware immer noch der Mangel an Lehrkräften, die eine Ausbildung dafür haben. „Und wir haben leider in Schulen immer wieder das Problem, dass sie auch als Restfach verwendet wird.“ Unterrichtet werde dann von jenen, die noch zusätzliche Stunden brauchen - nach dem Motto „das kann eh jeder“.

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