Polizeieinheiten waren Mittwochabend noch auf der Suche nach dem flüchtigen Tatverdächtigen.

© /onloph.com/Simon Möstl

Feldbach
06/03/2015

Achtjähriges Kind bei Amoklauf schwerst verletzt

Der 52-jährige Nachbar ging mit einem werkzeugähnlichen auf die Familie los.

von Birgit Seiser

Mit lebensgefährlichen Stichwunden fanden Einsatzkräfte Mittwochabend ein achtjähriges Mädchen in Unterstorcha (Bezirk Südoststeiermark), nachdem ein Nachbarschaftsstreit eskaliert war. Zuvor hatte ein 52-Jähriger bei der Polizeiinspektion Feldbach angerufen und gesagt, dass er das Kind getötet hätte. Dann drohte er damit, noch weitere Familienmitglieder umzubringen.

Als die Polizei eintraf, fehlte von dem Anrufer jede Spur, die Beamten fanden aber neben der Achtjährigen auch noch ein leicht verletztes sechs Jahre altes Kind. Auch die Mutter der beiden, eine 44-jährige Frau, wies leichte Stichverletzungen auf. Der Pilot des Rettungshubschraubers Christophorus 12, der das acht Jahre alte Opfer ins LKH Graz flog, sagte, dass das Mädchen neben schweren Kopfverletzungen auch Stichwunden am ganzen Körper aufwies.

Gebastelte Stichwaffe

Nach ersten Erkenntnissen soll der 52-jährige Nachbar die Familie mit einem selbst gebastelten, werkzeug-ähnlichen Gegenstand attackiert haben, als das Mädchen gerade im Garten war. Ein weiterer Nachbar wollte das Kind verteidigen und ging mit einer Gaspistole dazwischen, dabei fügte der Angreifer auch ihn eine Schnittverletzung am Unterarm zu.

Die Polizei vermutete den 52-jährigen, mutmaßlichen Täter zunächst in seinem Wohnhaus, das sich direkt neben dem Tatort befindet. Nachdem die Spezialeinheit Cobra das Gebäude gestürmt hatte, wurde aber klar, dass der Täter offenbar auf der Flucht ist. In den Abendstunden suchten 30 Beamte nach dem mutmaßlichen Amokläufer. Auch Polizeihubschrauber waren im Einsatz. Einige Nachbarn erklärten der Kleinen Zeitung, dass der Verdächtige erst vor Kurzem eingezogen war und im Haus alleine lebt.

Weil dem mutmaßlichen Täter offenbar die Flucht gelungen war, musste der Transport des Opfers unter schwersten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Die kleine Patientin wurde laut ersten Informationen mit einer Polizeieskorte zum Hubschrauber gebracht, der danach gleich wieder abhob.

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