Ab 1. Februar ist die türkise Vignette Pflicht

Die neue Autobahn-Vignette in Türkis
Am 1. Februar verliert die Autobahn-Vignette 2016 ihre Gültigkeit. Viele lassen sich Zeit mit der neuen Vignette. Das Kleben bei niedrigen Temperaturen ist tückisch.

Ab morgen, Mittwoch, hat die alte Autobahn-Vignette in Mandarin-Orange ausgedient. Für 2017 darf nur noch der türkise Aufkleber die Windschutzscheiben zieren.

Wer am Mittwoch noch nicht die neue Vignette aufgeklebt hat und auf einer mautpflichtigen Straße kontrolliert wird, dem droht eine Ersatzmautforderung in Höhe von 120 Euro für Pkw (oder Wohnmobil) bzw. 65 Euro für ein Motorrad, bei Manipulation das doppelte. Werden die Beträge nicht beglichen, folgen empfindliche Verwaltungsstrafen von 300 bis 3.000 Euro.

Die Österreicher lassen sich Zeit mit dem Kauf der neuen Vignette, wie eine Blitzumfrage des Autofahrerklubs ARBÖ zeigt. 50 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmer hatten mit Stand 27. Jänner noch keine Vignette 2017 auf ihrer Windschutzscheibe.

Wird ein Vignettensünder erwischt, erleben die Kontrolleure durchaus Kreatives, wenn es um Ausreden geht. "Der Hund hat die Vignette gefressen. Ich wusste nichts von der Vignettenpflicht. Mein Navi hat mich auf die Autobahn gelotst", sind laut Asfinag nur einige der erfolglosen Erklärungsversuche.

Also sollte man sich, wenn man die Autobahn benützen möchte, lieber eine neue Jahresvignette auf die Windschutzscheibe kleben. Für Pkw kostet sie 86,40 Euro.

Vignetten-Tarife für 2017
Fahrzeugart 10-Tages-Vignette 2-Monats-Vignette Jahresvignette
Auto und Kfz bis 3,5 t hzG € 8,90 € 25,90 € 86,40
Motorrad € 5,10 € 13,00 € 34,40

Der Kaufnachweis sollte auch nach dem Aufkleben aufbewahrt werden. Er dient im Falle eines Totalschadens oder bei Bruch der Windschutzscheibe als Beleg, mit dem eine Ersatzvignette beantragt werden kann. Aufgeklebt werden muss die Vignette laut ARBÖ am linken Windschutzscheibenrand oder hinter dem Rückspiegel.

Aufkleben bei tiefen Temperaturen tückisch

Die kalten Temperaturen, die in Österreich seit Wochen herrschen, machen das Aufkleben der neuen Autobahnvignetten tückisch. "Ist die Scheibe kälter als fünf Grad Celsius, besteht die Gefahr, dass die Vignette nicht richtig haftet. Löst sie sich ab und wird dabei beschädigt, wird sie ungültig", warnte ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka.

Hat man keine Garage, die das Auto vor den frostigen Temperaturen schützt, rät die ÖAMTC-Expertin, am besten das Wageninnere und die Innenseite der Windschutzscheibe durch eine kurze Fahrt mit eingeschaltetem Warmluftgebläse zu erwärmen. Dann die Anbringungsstelle sorgfältig trockenreiben und die Vignette ankleben.

"Nicht versuchen, mit einem heißen Föhn die Scheibe zu erwärmen", warnte Zelenka. "Durch den großen Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur kann es zu Spannungen und zum Bruch der Scheibe kommen."

Außerdem empfahl die ÖAMTC-Juristin, den unteren Abschnitt der Trägerfolie gut aufzubewahren. Darauf befindet sich die Seriennummer, die als Kaufnachweis dient und die Erstattung der Vignette garantiert, wenn es beispielsweise zu einem Bruch der Windschutzscheibe kommt.

Digitale Autobahnvignette ab 2018

Ab dem kommenden Jahr ist aber ohnehin Schluss mit dem Kleben und Kratzen, wenn einem dies lästig sein sollte: Ab Dezember 2017 wird es für die Autobahnmaut auch eine digitale Vignette geben. Dafür muss das Bundesstraßen-Mautgesetz geändert werden, die entsprechende Novelle ging vergangene Woche in Begutachtung. Die digitale Vignette wird gemeinsam mit dem Kennzeichen registriert.

Sie wird denselben Preis und dieselbe Gültigkeit wie die klassische Vignette haben. Der Kauf ist über die Homepage der Asfinag und eine Smartphone-App möglich. Der Verkauf der digitalen Vignette beginnt mit dem Verkauf der Jahresvignette 2018 am 1. Dezember 2017.

Die digitale Vignette soll laut Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) auch Vorteile für Wechselkennzeichenbesitzer bringen, "die zukünftig nur mehr eine digitale Vignette für ihre Fahrzeuge kaufen müssen".

INFOS: asfinag.at

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