833 Millionen Euro für den Klinikstandort Innsbruck

Das Bauprogramm läuft bis 2035. Bund und Land teilen sich die Kosten

VonChristian WillimDas Landeskrankenhaus der Tirol Kliniken und die MedUni operieren in Innsbruck unter einem Dach – im Wort- und im übertragenen Sinn. Der Hybrid in der Landeshauptstadt wird in den kommenden Jahren kräftig aus- und umgebaut.

„In den nächsten 15 Jahren werden 833 Millionen Euro für Bauprojekte investiert“, kündigte VP-Landeshauptmann Günther Platter am Dienstag bei einer Pressekonferenz an. Das Land trägt 61,75 Prozent der Kosten (rund 514,4 Millionen Euro), der Bund 38,25 Prozent (318,6 Millionen Euro).

Platter sprach von „harten Verhandlungen. Aber wir haben uns dann auf einen Finanzschlüssel geeinigt.“ Dass der nicht 50:50 lautet, erklärt der Landeschef mit den Schwerpunkten der 48 Projekte. Die Ärzte der MedUni sind neben der Patientenversorgung auch für Forschung und Lehre zuständig. Die Kosten für diesen Bereich sind Bundessache.

Für die Wissenschaft

„Rund 45 Millionen Euro sind diesem Zweck gewidmet und werden beispielsweise in Hörsäle und Labors investiert“, so Wolfgang Fleischhacker, Rektor der MedUni. Die neue Infrastruktur spielten auch mit einem Programm des Bundes zur Stärkung der universitären Medizin-Forschung (Med-Impuls 2030) zusammen, wodurch weitere Mittel lukriert werden können.

So werden laut Fleischhacker zwei neue Professuren für digitale Medizin beantragt. Die Infektiologie, deren Bedeutung sich in der Pandemie gezeigt hat, soll ebenfalls mit zwei weiteren Professuren gestärkt werden.

„Der Großteil der Investitionen fließt in Projekte im Chirurgie-Gebäude, der Frauen- und Kopfklinik und einen geplanten Neubau West. Ein weiterer großer Teil sind Struktur-Investitionen im IT- und Großgerätebereich“, erklärte Stefan Deflorian, Geschäftsführer der Tirol Kliniken. Als er am Montag über die Einigung zwischen Land und Bund informiert wurde, seien ihm „Tonnen von den Schultern gefallen.“ Die Verhandlungen über das Bau- und Sanierungsprogramm zogen sich über Jahre.

Die Platzverhältnisse auf dem Innsbrucker Klinik-Areal mitten in der Stadt sind beengt. Mit dem Neubau West (154,05 Millionen Euro) verschafft man sich Luft. In das Gebäude wandern 300 Betten der Chirurgie. Hier soll ein Zentrum für ambulantes Operieren entstehen, das laut Deflorian „ein Trend“ ist.

Kostendeckel

Die Kosten für die Vorhaben sind laut Platter gedeckelt, jährliche Erhöhungen der Baukosten um 2,5 Prozent eingepreist. Der lange Zeithorizont des Investitionsprogramms bietet freilich Unwägbarkeiten. Ein eigens eingerichteter Beirat wird das Vorhaben begleiten.

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