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Chronik Österreich
06/28/2019

38 Grad: Manche mögen’s heiß

Die Hitzewelle geht weiter – wer sich darüber freut und davon profitiert.

von Birgit Seiser

Marilyn Monroe und Tony Curtis mochten es heiß. So sagte es zumindest der Titel der Billy Wilder-Komödie von 1959. Der Juni 2019 in Österreich hätte ihnen demnach gefallen, ist er doch der heißeste der Messgeschichte. Und doch gibt es einige, die der sengenden Hitze Positives abgewinnen können.

Endlich Ferien!

Da wären die rund 500.000 Schüler (und Lehrer), die den Sommer jetzt richtig auskosten können, nachdem am Freitag in Ostösterreich das letzte Mal die Schulglocken läuteten. Das Zeugnis der Monroe wäre vermutlich gut ausgefallen, schließlich soll sie einen IQ von 168 gehabt haben. Bekannt wurde sie aber nicht für ihren Intellekt, sondern für ihre Schönheit – nicht zuletzt weil sie ihre Kurven stets in schöne Bikinis packte. Womit auch schon der nächste Profiteur der Hitzewelle erwähnt wäre.

Bikini-Hochsaison

Bademoden-Geschäfte sind im Moment bestens besucht, sagt Tino Wieser, Vorstand von Palmers. „Die heißen Temperaturen der vergangenen zwei Wochen waren im Umsatz spürbar. Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahrs konnte dieser in der Kategorie Bademode verdoppelt werden.“ Der Badeanzug erlebt übrigens ein Revival, wie die Verkaufszahlen zeigen.

Bäder im Glück

In die neueste Bademode gehüllt, präsentiert man sich am besten im Freibad. Beim momentanen Andrang ist auch sichergestellt, dass sich die Investition in einen schicken Badeanzug sich ausgezahlt hat. Nach dem kalten Mai waren viele Bäder-Betreiber schon in Sorge gewesen, wie die Familie Dolezel, die das Neuwaldegger Bad in Wien betreibt. „Die derzeitige Hitzewelle gleicht die schlechten Zahlen aus dem diesmal so gar nicht wonnigen Monat wieder aus.“

Trinkwasser marsch!

Tony Curtis wurde angedichtet, dass er ganz gerne getrunken hat, aber eher selten zum gegriffen hat. Der Frauenschwarm wäre somit eher nicht als eines der prominenten Werbegesichter für den Mineralwasser-Primus Vöslauer geeignet gewesen. Die Erfrischung verkauft sich bei Temperaturen jenseits der 35 Grad aber ohnehin von selbst. „An heißen Hochsommertagen planen wir mit einer Verdoppelung des Absatzes. An Spitzentagen sind es 25.000 Hektoliter an normalen Tagen 8.000 bis 10.000 Hektoliter“, sagt Geschäftsführerin Birgit Aichinger.

Heimatgefühle

Hektoliter an Wasser brauchen auch die Elefanten im Tiergarten Schönbrunn. Die grauen Riesen finden die Hitzewelle aber trotzdem toll, erinnern die Temperaturen doch an ihre Heimat Afrika. „Unsere Elefanten kommen natürlich gut mit der Hitze zurecht. Sie haben große Ohren, die stark durchblutet sind und dadurch wird das Blut abgekühlt und so regulieren sie ihre Körpertemperatur. Das ist wie eine natürliche Klimaanlage“, sagt Tierpflegerin Jenny Bukowski.