Chronik | Österreich
20.03.2018

317.368 Euro, weil Bures einen Mann benachteiligte

Ein im Verkehrsministerium benachteilligter Beamter ist nun Chef der Konkurrentin, die ihm vorgezogen wurde.

Peter Franzmayr darf sich doppelt freuen: Er erhält nicht nur 317.368 Euro vom Verkehrsministerium, wie die Presse berichtet, weil er aufgrund seines männlichen Geschlechts benachteiligt wurde. Er ist seit einigen Tagen auch ausgerechnet der Chef jener Dame, die ihm damals vorgezogen wurde.

Doch der Reihe nach: Der Oberösterreicher Peter Franzmayr ist FPÖ-nah und arbeitete in der Zeit der blauen Verkehrsminister im Kabinett. Der angesehene Jurist ist etwa der Erfinder des Vormerksystems für Autofahrer. Wie viele Kabinettsmitarbeiter wechselte er nach Ende der Amtszeit des Ressortchefs ins Ministerium.

Bewerbung als Sektionschef

Unter Verkehrsministerin Doris Bures bewirbt er sich als Sektionschef. Eine seiner Konkurrentin heißt Ursula Zechner. Bures umgibt sich als Ministerin fast durchwegs mit Frauen, ihr engster Kreis wird als "die kleine Damenrunde" bekannt. Franzmayr ist bestgereihter, erhält den Job aber dennoch nicht, sondern Zechner. Vor der Gleichbehandlungskommission bekommt er Recht, allerdings bestreitet er vor sieben Jahren auch den Zivilrechtsweg.

Während Franzmayr zunächst in die Privatwirtschaft wechselt und später Welser Magistratsdirektor wird, ist Zechner im Verkehrsministerium zuständig für die skandalumwitterte Untersuchungsstelle für Flug- und Bahnunfälle (SUB). Kurz vor dem Regierungswechsel im Herbst wechselt (die erst kurz zuvor Vertragsverlängerte) Zechner zur Asfinag – nicht ganz freiwillig, wie Insider berichten. Sie wird Chefin der Asfinag-Tochter Maut Service GmbH.

Der Kreis schließt sich als Franzmayr Anfang März zum Chef des Asfinag-Aufsichtsrates bestellt wird. Er ist damit nun Zechners Vorgesetzter. Es bleibt abzuwarten, wie die Geschichte der beiden nun weitergeht.