26 Lawinentote in Österreich: Wovor Experten warnen
In Österreich sind in diesem Winter bereits 26 Personen durch Lawinen gestorben. Das ist laut Angaben des Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS) deutlich über dem Zehn-Jahre-Mittel von 16 Lawinentoten pro Winter. Durchschnittlich sterben bis zum 24. Februar elf Menschen bei derartigen Unfällen. Der Wintereinbruch und heftiger Schneefall führten zuletzt zu einer Häufung an - besonders im Westen teils tödlichen - Zwischenfällen auf den Bergen für Sportler.
Die meisten Opfer sind in dieser Saison mit 13 Personen in Tirol zu verzeichnen, gefolgt von sieben in Salzburg, vier in der Steiermark und zwei in Vorarlberg. 15 Männer und Frauen davon waren Variantenfahrer, zehn waren für eine Skitour unterwegs und ein Sportler war wandern. Die meisten Betroffenen (sieben Personen) waren zwischen 31 und 40 Jahre alt. Betroffen waren 22 Männer und vier Frauen. Rund die Hälfte aller Verstorbenen (zwölf) kam aus Österreich, 14 aus dem Ausland.
"Lawinenzeit" mit typischer Häufung
Das ÖKAS warnte vor einer "Lawinenzeit" mit typischer Häufung, die aufgrund der Wetterbedingungen vom 15. bis 24. Februar zu bemerken war. In diesem Zeitraum verunfallten 14 Menschen tödlich, zehn davon in Tirol. Dieses Phänomen sei immer wieder zu beobachten. Zwischen 3. und 6. Februar 2023 starben innerhalb von vier Tagen acht Personen. Im Jahr zuvor verloren neun Sportler in nur zwei Tagen (4. und 5. Februar) ihr Leben. Am 4. Februar 2010 kamen an nur einem Tag sechs Menschen um. Vom 2. bis 16. Februar waren es in jenem Jahr insgesamt 19 Tote.
"Obwohl vor diesen Lawinenzeiten gewarnt wird und die erhöhte Lawinengefahr bekannt ist, scheint das persönliche Risikomanagement an diesen Tagen bei manchen zu versagen", hieß es vom ÖKAS. Dabei blieb die Zahl der Lawinentoten in den vergangenen Wintern trotz der zunehmenden Anzahl an Wintersportlern im freien Gelände vergleichsweise stabil. Es sei generell ein wachsendes Verständnis für die Lawinengefahr zu bemerken und die Sportler sind auch besser für einen Notfall ausgerüstet. Zudem ist die Rettungskette inklusive rascher Alarmierung über Handys und schneller Verfügbarkeit von Notarzthubschraubern noch schneller geworden.
"Trotz dieser positiven Entwicklung verzichten nach wie vor einige Wintersportler beim Verlassen der Piste auf ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS)", hieß es vom Kuratorium. Das zeigte sich auch in der aktuellen Statistik: Von den 26 Verstorbenen trugen acht kein LVS, was die Verschüttungszeit und die damit verbundene Todeswahrscheinlichkeit deutlich erhöht.
Rettungskosten werden bereits verrechnet
Die Rettungskosten für Verunglückte werden - im Gegensatz zu manchen anderen Alpenländern - schon lange auch verrechnet. Alle alpinen Rettungsorganisationen verlangen Geld für ihre Einsätze, wie das ÖKAS mitteilte. Viele Wintersportler verfügen über entsprechende Versicherungen, welche diese Kosten übernehmen.
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