Tirol: Lawine ging auf Kaunertalstraße nieder

Weder Menschen noch Autos wurden verschüttet. Weiterhin Lawinenwarnstufe 4 in Tirol.
Lawinengefahr

Eine Lawine ist Dienstagvormittag auf die Tiroler Kaunertalstraße (L18) im Bezirk Landeck abgegangen. Es wurden weder Personen noch Fahrzeuge erfasst bzw. verschüttet, sagte eine Polizeisprecherin zur APA. Daher gab es auch keine Verletzten. 

Am frühen Nachmittag war die betroffene Stelle bereits wieder freigeräumt und gegen 16 Uhr wurde sie schließlich wieder komplett freigegeben, erklärte der Kaunertaler Bürgermeister Christian Kalsberger. Zuvor war die Straße bereits vom Gletscher bis zum Ort Feichten wieder befahrbar gewesen. Von Feichten bis zum Eingang des Tales blieb sie hingegen zunächst noch gesperrt. Auf dem entsprechenden Abschnitt wurden noch Untersuchungen hinsichtlich der Lawinengefahr durchgeführt. 

Weiter hohe Gefahr 

Die Lawinengefahr blieb in Tirol auch am Dienstag weiterhin kritisch. In weiten Teilen des Landes herrschte Lawinenwarnstufe vier auf der fünfteiligen Skala. Betroffen waren weiterhin nahezu alle Bezirke. Abseits der Pisten herrsche eine „gefährliche Lawinensituation“, hieß es vom Lawinenwarndienst Tirol. Dafür verantwortlich waren Neu- und Triebschnee, die eine schwache Altschneedecke überlagern. Mit dem Regen vom Dienstag können nasse Schneebrettlawinen auch unterhalb von rund 2.000 Metern Seehöhe leicht ausgelöst werden. Auch Gleitschneelawinen sind in dieser Höhenlage möglich.

Bereits während der gesamten vergangenen Woche war die Lawinengefahr im Bundesland hoch gewesen. Seit 15. Februar kamen in ganz Österreich zwölf Wintersportler durch Schneebretter ums Leben, neun davon in Tirol. Insbesondere Variantenfahrer waren betroffen. Während im Tourenbereich "nur“ ein Todesopfer zu beklagen war, gab es laut Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) im Nahbereich von Skipisten elf Tote. 

Hangrutsch oberhalb von Straße im Unterland 

Unterdessen berichtete das Land Tirol Dienstagnachmittag von einem Hangrutsch oberhalb der Hinterthierseestraße (L 30) im Gemeindegebiet von Thiersee im Bezirk Kufstein. Die Straße wurde daraufhin aus Sicherheitsgründen zwischen den Ortsteilen Hinterthiersee und Ascherdorf in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Aufgrund des aktuellen Niederschlags bleibe diese die über Nacht aufrecht, hieß es in einer Aussendung.

Mittwochvormittag soll mit den Räumungsarbeiten oberhalb der Straße begonnen werden - zudem würden zusätzliche Betonleitwände und Anti-Rutschvorrichtungen aufgestellt. Eine Umfahrung war über die Thierseestraße (L 37) möglich.

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