Gegen Baum geschleudert: Skifahrer (32) von Lawine erfasst und getötet

Ein Skifahrer starb im Skigebiet St. Johann Alpendorf, nachdem er eine Nassschneelawine auslöste und gegen einen Baum geschleudert wurde. Auch ein 20-Jähriger ist verstorben.
Suche nach Verschüttetem

Ein 32-jähriger Skifahrer aus dem Pongau kam am 24. Februar bei einem Lawinenunfall im Skigebiet St. Johann Alpendorf ums Leben. Der Unfall ereignete sich zwischen 11 und 15 Uhr in einem etwa 40 Grad steilen bewaldeten Gelände außerhalb der präparierten Pisten auf einer Seehöhe von rund 1400 Metern. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte oberhalb der Waldgrenze Lawinenwarnstufe 4 auf der fünfteiligen Gefahrenskala.

Alleinfahrt mit fatalen Folgen

Der Einheimische, der laut Polizeibericht gut ausgerüstet war und über ausgezeichnete Kenntnisse des Gebiets verfügte, befuhr den Steilhang alleine. Während der Abfahrt löste sich eine größere Nassschneelawine, die den 32-Jährigen mitriss und gegen einen Baum schleuderte. Durch den Aufprall erlitt der Pongauer tödliche Verletzungen.

Erhöhte Lawinengefahr im Gebirge

Der tragische Vorfall unterstreicht die Gefahren des Freeriding bei erhöhter Lawinenwarnstufe. Experten weisen immer wieder darauf hin, dass selbst gute Ausrüstung und Ortskenntnisse keinen vollständigen Schutz vor Lawinenunfällen bieten können. Besonders das Befahren steiler Hänge bei Nassschnee und hoher Lawinenwarnstufe birgt erhebliche Risiken. Die Behörden raten, bei solchen Bedingungen auf gesicherte Pisten auszuweichen und aktuelle Lawinenwarnungen stets ernst zu nehmen. 

Auch ein 20-Jähriger verstorben

Nach einem Lawinenabgang am vergangenen Mittwoch in Kirchberg in Tirol (Bezirk Kitzbühel), bei dem ein 20-jähriger Skifahrer unter die Schneemassen geraten war, ist der junge Mann eine Woche später in der Innsbrucker Klinik seinen schweren Verletzungen erlegen. Dies teilte die Polizei nun mit. Der Österreicher war im freien Skiraum von dem Schneebrett erfasst, mitgerissen und verschüttet worden. Ein Begleiter und weitere Freerider konnten ihn nach rund 20 Minuten befreien.

Der 20-Jährige wurde reanimiert und in die Klinik geflogen, wo er seitdem auf der Intensivstation behandelt wurde. Der Verstorbene und ein weiterer 20-jähriger Österreicher waren im Skigebiet "KitzSki" von der Bergstation "Brunn- D3" in Richtung "Penglstein1- D1" gefahren. Als einer der beiden in einen steilen Hang einfuhr, setzten sich plötzlich die Schneemassen in Bewegung und rissen den jungen Mann nach Angaben der Exekutive 250 Meter über eine schmale Rinne talwärts. Als die Lawine zum Stillstand kam, begann sein Begleiter mit einem LVS-Gerät mit der Suche und Lokalisierung. Sechs weitere Freerider, die den Vorfall ebenfalls bemerkten, eilten zur Hilfe. Es kam zu dramatischen Szenen: Letztlich wurde der Verschüttete in rund zwei Metern Tiefe ausgegraben und geborgen.

Alpenverein warnte vor Touren und Variantenabfahrten

Die kritische Situation rief jedenfalls auch den Österreichischen Alpenverein (ÖAV) auf den Plan. In einer Aussendung wurde "eindringlich vor Touren und Variantenabfahrten im freien Gelände an den kommenden Schönwettertagen" gewarnt und auf die angespannte Situation in weiten Teilen Österreichs hingewiesen. Hänge über 30 Grad Neigung müssten konsequent gemieden werden. Auch angrenzende Hänge sollten unbedingt in die Planung mit einbezogen werden. Eine "defensive Strategie" bleibe oberstes Gebot - ebenso wie das Mitführen einer vollständigen Notfallausrüstung, die im Ernstfall Leben retten könne.

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