Suche nach verbotenen Dingen in Justizanstalt Garsten

Justizanstalt Garsten (Archivbild)

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Oberösterreich
09/19/2019

Ausbrecher aus Garsten wieder zurück im Gefängnis

Den beiden Häftlingen war im Juni eine spektakuläre Flucht aus der Justizanstalt Garsten in Oberösterreich geglückt. Nun werden sie getrennt voneinander im Gefängnis untergebracht.

Zwei Häftlinge, denen in der Nacht auf den 28. Juni eine spektakuläre Flucht aus der Justizanstalt Garsten in Oberösterreich geglückt war, sind am Mittwoch in Wien gefasst worden. Das teilte die Landespolizeidirektion Oberösterreich am Donnerstag mit. Bei der Festnahme seien auch eine Faustfeuerwaffe und zwei gefüllte Magazine gefunden und sichergestellt worden.

Zielfahnder haben die beiden Männer in Wien lokalisiert, wo sie am Mittwoch mit Unterstützung des Sondereinsatzkommandos Cobra festgenommen wurden. Die zwei wurden auf Anordnung des Landesgerichts Steyr in die Justizanstalt Garsten eingeliefert. Dort werden sie getrennt voneinander untergebracht, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen seien getroffen worden, so die Polizei.

Die Russen hatten in der Nacht auf den 28. Juni in ihrer gemeinsamen Zelle ein Loch in die Decke gekratzt und waren dann über den Dachboden zu einer Außenmauer gelangt. Über diese seilten sie sich aus einer Höhe von 14 Metern ab und flüchteten.

Seither arbeiteten Zielfahnder daran, die Männer, die wegen Raubdelikten noch bis Mai 2023 bzw. bis Februar 2027 einsitzen müssen, aufzuspüren. Sie lokalisierten sie in Wien, wo sie am Mittwoch mit Unterstützung des Sondereinsatzkommandos Cobra festgenommen wurden.

Zielfahnder schnappten noch weiteren Ausbrecher

Die Beantwortung einer parlamentarische Anfrage der NEOS-Abgeordneten Irmgard Griss an Justizminister Clemens Jabloner hat erst kürzlich Details und Hintergründe zu der Flucht offengelegt: Demnach gelangten die Männer "durch eine etwa 20 mal 30 Zentimeter große Öffnung in der Geschoßdecke des gemeinsamen Haftraums über den Dachboden auf das Dach des Anstaltsgebäudes, von wo aus sie sich abseilten". Bemerkt wurde ihr Verschwinden aber erst in der Früh um 7.10 Uhr. Jabloner bestätigte in der Beantwortung auch, dass bauliche Gegebenheiten in der Justizanstalt "eine Entweichung begünstigen" - so soll die Außensicherung aufgrund von Denkmalschutzauflagen nicht optimal gewesen sein. Mittlerweile wurden jedoch Stachelbandrollen angebracht.

Bei der Fahndung gingen den Ermittlern noch zwei weitere gesuchte Ausbrecher ins Netz: Als die Kriminalisten Ende August mit möglichen Kontaktpersonen der Flüchtigen in einer Wiener Asylunterkunft Kontakt aufnehmen wollten, stießen sie auf einen 20-Jährigen, der aus der Justizanstalt Krems entkommen war und wegen mehrerer Raube noch drei Jahre abzusitzen hat, sowie einen 19-Jährigen, gegen den eine Festnahmeanordnung des Landesgerichts Wien bestand.

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