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Wirtschaftskammer senkt Mitgliedsbeiträge um 20 Prozent

Einnahmen der Wirtschaftskammer sinken im Vollausbau bis 2030 um zehn Millionen Euro. Die Anzahl der Mitarbeiter von 415 wird um 40 bis 50 gesenkt.
Doris Hummer

Der inzwischen zurückgetretene Präsident Harald Mahrer hat die Wirtschaftskammer im Herbst in eine veritable Krise gestürzt. 

Heute ist Doris Hummer, Kammerpräsidentin in Oberösterreich, über die dadurch ausgelösten Grundsatzdiskussionen froh. Als Konsequenz wurde in der Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKO) eine Taskforce (Arbeitsgruppe) unter der Leitung von Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger eingesetzt, die Vertreter aller Fraktionen, der Regionen und Branchen umfasste. Das Ergebnis: Bis 2029 soll die Kammerumlage II der Pflichtmitgliedschaft von 0,19 Prozent der Lohnsumme auf 0,16 Prozent gesenkt werden.

Beinahe einstimmig

Das ergibt im Vollausbau einen Einnahmenverlust von zehn Millionen Euro, der durch die Nicht-Nachbesetzung von frei werdenden Stellen kompensiert werden soll. Der Mitarbeiterstand der Wirtschaftskammer Oberösterreich beträgt 415 Vollzeitstellen, er soll um 40 bis 50 Stellen sinken. Das Wirtschaftskammerparlament hat das am Dienstag beschlossen, alle Fraktionen bis auf die Freiheitlichen haben zugestimmt.

115-Millionen-Budget

Das Kammerbudget beträgt rund 115 Millionen Euro, dazu kommt noch das Budget der eigenständigen Fachgruppen von rund 20 Millionen. Die Wirtschaftskammer Oberösterreich hat 109.453 Mitglieder, 57.605 sind Einzelpersonenunternehmen. Direktor Gerald Silberhumer: „Wir machen rund 750.000 Einzelberatungen, wir erbringen im österreichweiten Vergleich die meisten Leistungen.“ Auch in der Lehrlingsausbildung sei Oberösterreich führend. Hummer ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Die Grundsatzdiskussionen waren extrem positiv. Es gab über alle Fraktionen einen Schulterschluss. Wir in Oberösterreich waren österreichweit schon immer die Kostenführer, es ist meine Ambition, das Haus schlank zu halten.“ Hummer betont, dass gemeinsam mit der Senkung der Kammerumlage von 2019 der nunmehrige Reformschritt eine Senkung von 20 Prozent bedeute. Man wolle damit beispielhaft für die Bundesregierung sein, auch im Bund müsse das möglich sein. Das bundesweite Entlastungsziel der Wirtschaftskammer betrage 100 Millionen Euro. Von den 800 Mitarbeitern der Wirtschaftskammer Österreich werden 200 abgebaut.

Geringe Entschädigung

Silberhumer betont, dass die Entschädigungen für die Funktionäre lediglich 0,1 Prozent des Kammerbudgets ausmachen. Rund 90 Prozent der Funktionäre arbeiten ehrenamtlich, Kammerpräsidentin Hummer erhält eine Entschädigung von brutto 6.900 Euro monatlich, zwölf Mal jährlich, das sind rund 5.000 Euro netto.

Rücklagen von 100 Prozent

Da die Wirtschaftskammer keine Kredite aufnehmen darf, soll sie, so die Empfehlung, Rücklagen in der Höhe eines Jahresbudgets bilden. Für Hummer ist der Betrag zu hoch angesetzt, sie findet, die Kammer finde auch mit 70, 80 Prozent das Auslangen. Das Wirtschaftsförderungsinstitut WIFI ist zwar operativ selbstständig, die Um- und Ausbauten, die beispielsweise derzeit im Gange sind, müssen von der Kammer finanziert werden. Auch in der Ausbildung ist Oberösterreich bundesweit führend. Das WIFI wird jährlich von 100.000 Menschen in 10.000 Kurse frequentiert.

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