Ebid Shaban, Obmann des Kulturvereins Al-Rahman, mit seiner Tochter Hanya. Mit Hassprediger Pierre Vogel will er nichts zu tun haben.

© PICTURENEWS.AT PETSCHENIG

„Wir lehnen alles Radikale ab“
05/12/2012

„Wir lehnen alles Radikale ab“

Der Kulturverein Al-Rahman wird für den Auftritt von Hassprediger Pierre Vogel in Linz verantwortlich gemacht. Zu Unrecht.

von Michael Petermair

Wir lehnen alles Radikale ab und sind strikt gegen jede Form von Intoleranz“, sagt Ebid Shaban. Seit dem Auftritt des umstrittenen moslemischen Hasspredigers Pierre Vogel in Linz Mitte März haben Shaban und der islamische Kulturverein Al-Rahman, dessen Obmann er ist, große Probleme.

„Viele Leute glauben, wir hätten Vogel eingeladen. Das stimmt aber nicht. Wir distanzieren uns klar von diesem Mann“, betont Shaban im Gespräch mit dem KURIER. Vielmehr sei ein anderer moslemischer Klub mit dem Namen Al Khauser verantwortlich dafür, dass Vogel, der aus Deutschland stammt und sich seit seinem Übertritt zum Islam Abu Hamza nennt, in Linz zu Gast war und in einem Lokal in der Kellergasse 12 seine radikalen Botschaften loswerden durfte.  „Was viele nicht wissen: Wir teilen uns dieses Gebäude mit Al Khauser. Wir sind im Erdgeschoß untergebracht, der andere Verein im ersten Stock“, erklärt Shaban.

Verwechslung

Mitglieder von Al Khauser hätten Vogel sogar in Graz abgeholt und nach Oberösterreich gebracht.  Wir haben damit absolut nichts zu tun", wird Shaban nicht müde, die Verwechslung in Sachen Pierre Vogel aufzuklären. „Wir sind bestrebt, ein gutes Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen zu fördern und Auseinandersetzungen zu vermeiden. Wir sind völlig offen gegenüber anderen Religionen", sagt der gebürtige Ägypter, der seit 20 Jahren in Linz lebt.

Zuvor studierte Shaban in Wien Rechtswissenschaften. Er fand jedoch nie einen Job, der seiner Ausbildung angemessen gewesen wäre. „Gerade als Jurist muss man perfekt Deutsch schreiben können, ich mache halt leider ein paar Fehler", so Shaban, der momentan als Lkw-Fahrer arbeitet, um seine Familie – er hat zwei kleine Töchter – ernähren zu können.„Ich habe nun schon seit vielen Jahren die österreichische Staatsbürgerschaft. Ich fühle mich diesem Land zugehörig. Ich würde nie etwas tun, was Österreich schaden würde",    sagt der Obmann von Al-Rahman.

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