Windpark auf Steyrer Hausberg stößt auf breite Ablehnung

Gegner wettern gegen 75 Millionen Euro teures Projekt. Umweltanwalt ist ebenfalls skeptisch.

17 Jahre ist es her, da sorgte Rudolf Forster für große Aufregung. Der HTL-Lehrer ließ im kleinen Ort Laussa, Bezirk Steyr-Land, drei Windräder errichten. Die kritischen Stimmen gegen den Energiepark im Ennstal sind mittlerweile längst verstummt. Nun will Forster mit seinem Unternehmen „Erneuerbare Energie Laussa“ ein neues, weitaus größeres Vorhaben verwirklichen.

Sein Plan: Am Damberg, Braschenberg und Schwarzberg – also direkt vor den Toren von Steyr – sollen im Abstand von je 350 Metern 15 Windräder gebaut werden. Mit einer Höhe von 150 bis 197 Metern. Kosten: 75 Millionen Euro. „Wir wollen damit 105.000 Megawattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das entspricht dem Verbrauch von 25.000 Haushalten“, erklärt Forster, der das Projekt allerdings erst beim Land OÖ einreichen muss.

Sieben Tage

Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) werde voraussichtlich zweieinhalb Jahre dauern. Forster: „Dann könnte es schnell gehen. Das Aufstellen eines Windrades dauert ungefähr sieben Tage.“
Der geplante Energiepark stößt bei der Bevölkerung auf breite Ablehnung. „Wir fürchten um unser Naherholungsgebiet“, sagt Martha Rieß von der Interessensgemeinschaft „Freunde des Dambergs und Schwarzbergs“. Die Windräder würden ebenfalls negative Auswirkungen für den Steyrer Fremdenverkehr haben. „Sie verschandeln die Landschaft. Die angestrebte Aufnahme in das Weltkulturerbe der UNESCO wäre damit vom Tisch“, meint Rieß.

Gesundheitsschäden

Auch die vielen Wanderwege würden durch den Bau der Zufahrtsstraßen zerstört und lange Zeit unbegehbar. Weiters seien Gesundheitsschäden zu befürchten. Derart große Räder entwickeln einen Schallpegel von 106,5 Dezibel – ab einer Windgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde. Zum Vergleich: Eine Kettensäge erzeugt 110 Dezibel. Rieß führt auch an, dass die Rotoren „Tötungsmaschinen“ für Vögel seien.„Schließlich sind dort Schwarzstörche, Wespenbussarde, Eulen und Kauze heimisch.“

Oberösterreichs Umweltanwalt Martin Donat steht dem Energiepark ebenfalls kritisch gegenüber. „Der Eingriff ins Landschaftsbild ist heftig.“ Steyrs Bürgermeister Gerald Hackl glaubt, dass das Projekt am Widerstand der Bevölkerung scheitern könnte. „Ich mache kein Hehl daraus, dass wir auch ohne diese Räder gut leben können.“
Schon vor acht Jahren wurde eine Windparkanlage auf dem Braschenberg von der Naturschutzabteilung des Landes abgelehnt. „Ich lasse mich dadurch nicht entmutigen“, sagt Forster.

( Kurier ) Erstellt am 24.01.2013