Plakatankündigung des türkischen Abgeordneten Turan Yaldir für seinen Auftritt in Linz

© /Antifa

Oberösterreich
11/28/2015

Weiter Ärger über türkischen Wahlkampf in Linzer Volkshaus

Die Kritik daran, dass der türkische Abgeordnete Turan Yaldir in einem Gebäude der Stadt Linz im Vorfeld der türkischen Parlamentswahl für die rechtsextreme MHP Propaganda betreiben konnte, reißt nicht ab.

von Jürgen Pachner

Die Empörung darüber, dass im Volkshaus Linz-Pichling eine Wahlkampfveranstaltung der rechtsextremen türkischen "Graue-Wölfe"-Partei MHP stattfinden konnte, reißt nicht ab. Wie berichtet, hatte der türkische Parlamentsabgeordnete Turan Yaldir am 3. Oktober in Linz für sich und seine Partei massiv Werbung gemacht. Gemietet wurde das Volkshaus vom Linzer Migranten-Verein Avrasya, der als Vorfeldorganisation der Grauen Wölfe gilt. Fotos von der Veranstaltung zeigen einen Avrasya-Funktionär, der, am Podium stehend, den faschistischen Wolfsgruß (mit den Fingern wird ein Wolfsgesicht nachgeahmt, Anm.) zeigt.

Laut Harald Grünn, Sprecher des KZ-Verbandes/VdA OÖ, sei nicht hinnehmbar, dass städtische Räumlichkeiten einer türkischen Organisation zur Verfügung gestellt werden, die gegen Juden, Kurden, Armenier und Linke hetze und diese sogar attackiere. "Wir fordern die Stadt auf, die Hofierung der türkischen Rechtsextremisten endlich zu beenden." Kritik übt auch Maria Buchmayr (Die Grünen): "Eine solche Partei sollte kein städtisches Forum zur Stimmungsmache bekommen."

Wie berichtet, sah SPÖ-Bezirksparteisekretär Jakob Huber kein Problem darin, das Volkshaus zur Verfügung zu stellen: "Das war rechtens."

Parteitagsbeschluss

"Das ist eine inhaltliche Bankrotterklärung. Und außerdem ein massiver Verstoß gegen einen SPÖ-Bundesbeschluss", erwidert Robert Eiter, Sprecher des oö. Antifa-Netzwerks. Der letzte SPÖ-Bundesparteitag habe ganz klar festgelegt, dass jede Unterstützung und jede Zusammenarbeit mit den Grauen Wölfen abzulehnen sei.

FPÖ-Vizebürgermeister Detlef Wimmer fordert, dass die Causa intensiv durchleuchtet und geprüft wird: "Interessant ist dabei auch, ob bei der Vermietung der Räume ein günstigerer Tarif verlangt worden ist."

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