Improvisation in Reinform: Gareth Davies  (li.) gesellte sich am Freitag mit seiner Bassklarinette zum holländischen Rock-Trio „The Juliet Mittens“ .

© /Guenter Groeger

Kaleidophon
05/04/2014

Wechselbad der Klänge

Drei Tage lang war Ulrichsberger Musikhimmel voller Improvisation.

von Daniel Scheiblberger

Bereits vor 41 Jahren begannen kulturhungrige Ulrichsberger einzelne Jazz- und Blues konzerte zu organisieren. Durch wachsendes Publikum und inspiriert von den großen Festivals wie Wiesen hob man 1986 das erste Ulrichsberger "Kaleidophon" aus der Taufe. Mittlerweile ist diese dreitägige Veranstaltungsreihe zu einem der heißesten Festivals für zeitgenössische und improvisierte Musik in Österreich avanciert. In der nunmehrigen 29. Ausgabe, die von Donnerstag bis Samstag stattfand, haben rund dreißig Musiker von Australien über Japan bis zu den USA das Jazzatelier Ulrichsberg bespielt.

"Unser Festival lebt von der Vielfalt. Wir zeigen hier verschiedenste Formen des Musizierens, unterschiedliche Strömungen werden dicht aneinandergereiht", erklärt Kaleidophon-Gründer Alois Fischer. Jazz, neue Musik, Improvisation ergeben dabei ein brisantes Wechselbad der Tonkunst. So wurde beispielsweise die Partitur vom derzeit in Berlin lebenden oberösterreichischen Komponisten Peter Ablinger vom Blatt gespielt. Nach der Pause improvisierten die Musiker darüber. Das Besondere an der Improvisation? "Weder der Musiker noch das Publikum wissen , was als Nächstes passiert. Das erzeugt eine einzigartige Spannung", schwärmt Fischer, der heuer namhafte Persönlichkeiten wie die Kontrabassisten Joelle Leandre und Mark Dresser sowie den Saxofonisten Urs Leimgruber gewinnen konnte.

An allen drei Tagen performte wie gewohnt auch die heimische Improvisations- und Jazz-Elite. So lieferte Lokalmatador "Trio Now" am Donnerstag ein erstklassiges Konzert. "Oberösterreich ist kein schlechter Platz für Jazz. Es gibt gute Musiker und gute Locations ", sagt Tanja Feichtmair, Saxofonistin von Trio Now. Die Ulrichsberger Band spielte improvisierte Musik, kombiniert mit einem Hauch von US-Jazz von Coltrane bis Parker. "Improvisieren ist eine andere Art Musik zu machen. Ich kann mich in jedem Moment frei entscheiden", so Feichtmair. Das Kaleidophon – es war wieder ausverkauft – sei jedenfalls ein Event, wo Menschen ihren musikalischen Horizont erweitern können. Für das 30-Jahr-Jubiläum 2015 will sich Fischer besonders ins Zeug legen..

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