© Andreas Maringer

Chronik Oberösterreich
12/05/2011

"Verstehe die heftige Kritik nicht"

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum über die Schanze in Hinzenbach, den Skiweltcup in Hinterstoder und seine Biathleten.

von Michael Petermair

Hans Pum ist momentan viel in seiner oberösterreichischen Heimat unterwegs. Am Freitag stand der 57-jährige ÖSV-Sportdirektor aus St. Oswald bei Freistadt den Journalisten beim Medien-Tag der heimischen Biathleten in der Firma backaldrin in Asten Rede und Antwort, gestern war Pum zu Gast beim Sommer-Grand-Prix der Skispringer auf der neu gebauten Schanze in Hinzenbach bei Eferding.

KURIER: Herr Pum, braucht Oberösterreich eine Skisprungschanze um 4,5 Millionen Euro?
Hans Pum: Unbedingt. Die Anlage in Hinzenbach ist eine Investition, die für den ganzen Sport in Oberösterreich enorm wichtig ist. Wir haben sowieso noch immer viel zu wenig Trainingsmöglichkeiten. Wenn es nach mir geht, würde ich noch ein paar derartige Schanzen bauen. Unsere jungen Springer können sich in Hinzenbach weiterentwickeln.

Der Landesrechnungshof hat kritisiert, dass in Hinzenbach die Kosten drastisch überzogen wurden. Auch der Bau sei unprofessionell abgewickelt worden. Ist das dem ÖSV egal?
Keineswegs. Aber ich verstehe die heftige Kritik überhaupt nicht. Ich sehe das völlig anders.

Wie?
Das Projekt wurde über einen langen Zeitraum geplant. Dann tauchten Wünsche nach einer Erweiterung auf. Dazu wurde zusätzlich Geld in die Hand genommen. Anders wäre das nicht möglich gewesen. Und wie wir ja alle wissen: Jeder noch so kleine Häuslbauer überzieht bei den Kosten. Gut, man kann immer sparen. Ich bleibe aber auf jeden Fall dabei: Wir brauchen so eine Schanze wie in Hinzenbach, die weltcuptauglich ist.

Wann wird es das erste Weltcup-Springen in Hinzenbach geben?
Jetzt hat hier einmal der Sommer-Grand-Prix Station gemacht. Das war ein erster Schritt. Das Ganze muss sich langsam entwickeln. Wir werden natürlich versuchen, andere Bewerbe hierher zu bringen. Klar, ein WeltcupSpringen wäre die Krönung. Aber das wird noch dauern.

Sehen Sie bei den jungen Springern aus Oberösterreich jemanden, der einmal in die Fußstapfen von Andreas Goldberger treten könnte?
Keine Frage, es wird gut gearbeitet bei uns in Oberösterreich. Oft fehlen nur Kleinigkeiten, bis ein Junger so richtig explodiert. Wichtig ist, dass Trainingsmöglichkeiten vorhanden sind.

Zum Alpinen Skisport: Ex-Weltmeister Hannes Trinkl hat im KURIER-Interview gesagt, Hinterstoder werde kein Weltcup-Rennen mehr bekommen. Teilen Sie diese Meinung?
Ja. Wenn die Infrastruktur nicht passt, hat ein Ort auch keine Chance, einen Weltcup-Bewerb zu bekommen. Dabei waren die heurigen Rennen in Hinterstoder sensationell. Da ist ein ganzes Bundesland dahinter gestanden. Es tut mir weh, dass Hinterstoder aus dem Kalender gestrichen wurde.

Hinterstoder braucht mindestens 1000 zusätzliche Gästebetten, oder?
So ungefähr. Aber wer soll das in Angriff nehmen? Der ÖSV? Sicher nicht. Das Land kann es auch nicht machen. Es braucht Leute, die sich im Tourismus und in der Gastronomie engagieren. Aber es fehlen leider in der Region die Betreiber. Und es fehlt ein gutes Konzept.

Sie sind ja beim ÖSV jetzt auch für die Biathleten zuständig. Was ist von Sumann, Landertinger & Co. heuer zu erwarten?
Sehr viel, die Mannschaft ist stark. In der Vorbereitung für die vergangene Saison haben wir viel Pech gehabt. Da sind in Skandinavien alle krank geworden. Das hat lange gedauert. In einer Ausdauersportart ist das natürlich ganz schlecht.

Mit dem Oberösterreicher Reinhard Gösweiner haben die Biathleten einen idealen Cheftrainer. Stimmt's?
Der Reinhard ist ein sehr guter Mann. Aber alleine kann er gar nichts bewegen. Das alles kann nur mit Teamarbeit funktionieren.

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