Lebensretter Josef Stallinger, Frankenburg, OÖ

© Vitzthum

Frankenburg
08/01/2013

Vater und Sohn fanden hilflosen Rollstuhlfahrer im Wald

Prothesenträger war über Böschung gestürzt und hatte eine Stunde lang um Hilfe gerufen.

von Jürgen Pachner

Die hartnäckige Hilfsbereitschaft einer Familie dürfte am Mittwochabend in Frankenburg einem verunglückten Behinderten vor lebensgefährlichem Schaden bewahrt haben. „Wenn wir den Mann nicht zufällig gehört und gefunden hätten, würde er vielleicht noch hilflos im Wald liegen“, sagt Josef Stallinger. An der Stelle, wo der Unfall passiert ist, kommen nur selten Menschen vorbei.

Der 56-jährige August Z. dürfte aus eigenem Verschulden mit dem Elektro-Rollstuhl auf einem abschüssigen Waldweg – 1,5 Kilometer von der Landstraße entfernt – abgekommen sein. Er war über eine Böschung gestürzt und am Boden liegen geblieben.

Stallingers Ehefrau hatte gegen 17 Uhr in ihrem Haus Rufe vernommen, die aus einigen hundert Metern Entfernung kamen. „Mein Sohn David und ich sind gerade von der Arbeit heimgekommen, die Anneliese hat uns sofort darauf aufmerksam gemacht. Auch wir haben dann gehört, dass jemand immer wieder ,hallo hallo’ schreit“, sagt Stallinger. Vater und Sohn setzten sich ins Auto und fuhren in die Richtung, aus der die Rufe zu kommen schienen. „Es war gar nicht so einfach, die Schreie zu orten. Wir sind fast eine Stunde kreuz und quer in der Gegend herumgefahren“, erzählt der Maurer.

Von dem Verunglückten sei nichts zu sehen gewesen. Doch es deutete alles darauf hin, dass er sich im Bereich eines größeren Waldgebietes aufhält. „Wir haben deshalb vermutet, dass er sich vielleicht mit einer Motorsäge wehgetan haben könnte.“

Die beiden Männer suchten auf unbefestigten Forstwegen, wo sie mit ihrem Auto kaum noch vorwärts kamen. „Der Weg war ziemlich ausgeschwemmt.“ Als sie Z. endlich fanden, befürchteten sie, er sei schwer verletzt. „Unter dem Rollstuhl hat ein Fuß samt Schuh und Socken hervorgeschaut, der Mann selbst ist ein Stück weit davon entfernt gelegen“, sagt Stallinger. Beim Näherkommen habe er aber erkannt, dass der Behinderte nur seine Beinprothese verloren hatte.

Z., der unverletzt war, konnte sich ihnen verbal nicht mitteilen. „Er hat leider nur ja, nein und hallo gesagt. Wir haben ihm in die Prothese geholfen und die Polizei alarmiert.“ Die Beamten fanden heraus, wo Z. zu Hause ist.

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