Akh Linz

© APA/Werner Kerschbaummayr

AKH Linz
10/26/2014

Tumorproben verschwunden

In sechs Fällen von Brustkrebsverdacht gingen Gewebeteile am Postweg verloren.

Weitere bange Tage und Wochen stehen sechs Frauen aus Linz bevor: Bei ihnen besteht Verdacht auf Brustkrebs doch die Proben sind auf dem Postweg zu einem Labor in Deutschland verloren gegangen.

Entnommen wurden die Gewebeteile möglicher Tumore im Allgemeinen Krankenhaus Linz (AKH), um sie dann wie üblich eingeschrieben in ein Institut nach Bayreuth in Deutschland zu schicken. Allerdings kamen sie dort nie an.

"Das ist völlig unverständlich und schleierhaft, wie so etwas passieren kann", ärgert sich AKH-Direktor Heinz Brock: Vor rund vier Wochen wurden die Proben entnommen und – wie in diesen Fällen üblich – an das Labor gesandt. Bisher habe diese Methode immer gut funktioniert, eine "erhebliche Anzahl" von Tests würde pro Jahr auf diese Weise verschickt, beteuerte Brock. "Wir haben rechtliche Schritte im Laufen", betonte der Spitalschef. "Aber davon haben die Patientinnen auch nichts."

Unsichere Situation

Gemeinsam mit den sechs Frauen werde nun über die weitere Vorgangsweise entschieden. Möglich sei, dass neue Biopsien gemacht würden. Allerdings ist das bei zwei Betroffenen gar nicht mehr möglich: Ihnen wurde das gesamte infrage kommende Gewebe bereits bei den ersten Eingriffen entnommen. "Bei ihnen ist es darum gegangen, einen Verdacht auszuschließen", sagt Brock. "Aber es geht in keinem Fall um Leben und Tod", behauptet er. Ihm sei allerdings bewusst, dass die Situation für die Frauen "absolut unsicher" ist.

Stadt prüft

Empört reagierte Sonntag auch der Linzer Bürgermeister. Klaus Luger, SPÖ, kündigte an, dass das Kontrollamt des Magistrates den Fall sofort prüfen werde. "Das hat Vorrang vor allen anderen Prüfungen, es geht um die Gesundheit." So sollen nicht nur die internen Abläufe im AKH Linz untersucht werden, sondern auch geklärt werden, ob es beim Versand von Proben Verbesserungsmöglichkeiten gäbe. "Da will ich eine externe Sicht haben, nicht nur die von AKH und Sanitätsbehörde", forderte der Stadtchef.

Binnen drei bis vier Wochen sollen Ergebnisse vorliegen. Ihm sei bewusst, dass es zu wenige Pathologen gäbe, die solche Befunde erstellen könnten, versicherte Luger. Aber man müsse sich überlegen, ob das AKH nicht mit anderen Linzer Spitälern kooperieren könnte, statt Proben nach Deutschland zu schicken. Das würde ausschließen, dass Proben auf dem Postweg verloren gingen.

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