"Trinkls Kritik unnötig wie ein Kropf"

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Nach Trinkl-Aussagen im KURIER: Bürgermeister werden offensiv. Auch Landesrat Haimbuchner schaltet sich ein.

Das Interview mit Ski-Weltmeister Hannes Trinkl in der vergangenen Ausgabe des Oberösterreich-KURIER am Sonntag (24. Juli 2011, Seite 10) sorgt nach wie vor für viel Aufregung. Trinkl hatte im Gespräch mit dem KURIER vehement die vom Naturschutz bereits verworfene Skischaukel gefordert, die Hinterstoder an die Wurzeralm anbinden soll.
Auch der Weltcup im Stodertal sei laut Trinkl endgültig gestorben. Weil es zu wenig Gästebetten gebe und die Bürgermeister in der Gegend zu schwach seien, um das zu ändern.

Werbeträger

Helmut Wallner, der langjährige Ortschef von Hinterstoder, findet Trinkls Aussagen "so unnötig wie einen Kropf." Wallner hätte sich von einem Weltmeister einen anderen Stil erwartet. "Trinkl ist Werbeträger der Energie AG und wir hier im Tal sind alle Kundschaften dieses Unternehmens. Es kann nicht sein, dass wir uns auf diese Weise beschimpfen lassen. So etwas geht auf Dauer nicht gut", macht Wallner seinem Ärger Luft.
Auch der Windischgarstner Bürgermeister Norbert Vögerl lässt die Kritik des Ex-Skirennläufers nicht gelten. "Trinkls Äußerungen sind beschämend. Er soll keine Luftschlösser bauen. Wir können aus unserer Gegend kein zweites Kitzbühel machen", so Vögerl.

Hotelprojekte

Gerhard Lindbichler, Ortschef von Vorderstoder, findet Trinkls verbale Attacke hingegen durchaus berechtigt. "Ich finde, dass er in vielen Punkten recht hat. Es muss hier etwas geschehen, sonst haben wir bald ein riesiges Naturschutzgebiet, wo keiner mehr wohnt."
Und auch Kollege Wallner aus Hinterstoder gibt zu, dass zusätzliche Gästebetten dringend notwendig seien. "Wir haben ja derzeit zwei Hotelprojekte im Laufen. Ich will da jetzt aber noch nicht groß darüber reden." Außerdem wurde von den Gemeinden beim Consulting-Unternehmen Kohl & Partner eine Studie in Auftrag gegeben. Thema: Die touristische Zukunft der Region. Am 21. September werden die Ergebnisse präsentiert. "Vorher können und wollen wir nicht aktiv werden", erklärt Lindbichler.
Für Gabriele Dittersdorfer, Bürgermeisterin von Roßleithen, bringe allerdings die ganze Studie nichts, wenn nicht auch alle Wirtschaftstreibenden in der Region eingebunden werden und mitmachen. "Egal, ob Installateur, Bäcker oder Tischler: Wir müssen in Sachen Tourismus alle wachrütteln."

Erweiterung

Und wie schaut es mit einer Erweiterung des Skigebiets Hinterstoder aus? Diese sei laut Wallner angedacht - allerdings nicht bis zur Wurzeralm.
"Wir bevorzugen die kleinere Lösung, eine Anbindung an Vorderstoder", erklärt Hinterstoders Bürgermeister, der als Konsequenz auf Trinkls heftige Kritik seine Funktion als Koordinator für den Ausbau des Skigebietes zurücklegen will. "Soll sich doch jemand anderer engagieren. Hannes Trinkl zum Beispiel."
Eine klare Absage an die Skischaukel Hinterstoder-Wurzeralm kommt auch von Naturschutz-Landesrat Manfred Haimbuchner (FP). "Diese Erweiterung wird es nicht geben, so lange ich in dieser Sache was zu sagen habe. Der Herr Trinkl macht es sich sehr einfach. Wir sollten das Geld lieber für etwas anderes ausgeben."
Auch Haimbuchner bevorzugt eine Verbindung nach Vorderstoder. "Das ist auf jeden Fall machbar." Anders sieht das der Österreichische Skiverband (ÖSV). "Eine Skischaukel wäre wichtig, aber das müssen letztendlich die Leute in der Region entscheiden", so Präsident Peter Schröcksnadel.

Erstellt am 05.12.2011