Bettina Buchholz als Pater Josef Meindl

© Volker Weihbold

Chronik Oberösterreich
10/25/2021

In der kleinen, feinen Theateroase

Die Tribüne Linz zeigt bis Weihnachten spannende Eigen- und Gastproduktionen

von Claudia Stelzel-Pröll

„Wir möchten unser Publikum einladen, sich mit uns gemeinsam als Mensch in schwieriger Zeit wiederzufinden. Wir können dabei auch viel Positives erzählen, etwa wie die Kraft der Kunst nie aufgehört hat in uns zu wirken und wie wir Theater überhaupt denken.“ Cornelia Metschitzer und Rudi Müllehner leiten gemeinsam die Tribüne Linz, ein kleines, feines Theater im Zentrum.

Schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie waren die beiden Theatermenschen immer mit großer Leidenschaft und Hingabe am Werkel. Die vergangenen eineinhalb Jahre haben einen Denk- und Transformationsprozess in Gang gesetzt, der zu dem Schluss führt, dass nach Corona nicht vor Corona sein kann: „Wir sind beinahe Theatermaschinen geworden. Wir möchten aber Theatermenschen bleiben“, weist Cornelia Metschitzer auf die oftmals prekäre Situation der freien Szene hin, in der viele mit Selbstausbeutung, Unterbezahlung und schlechten Fördersituationen kämpfen.

Satire mit Liedern

In der Tribüne Linz feiert am Donnerstag, 28. 10., die Eigenproduktion „I soit imma gern“, eine Satire von Cornelia Metschitzer mit Liedern von Rudi Müllehner, der in die Rolle des Musikers Raul schlüpft, Premiere. Ein Alleinunterhalter, der während der Pandemie alles verlernt hat, plaudert wild aus seinem verkorksten Leben.

Ein Highlight im Programmreigen ist die Premiere von „Wundalaund“ am 3. 11.: Aus der subjektiven Sicht der Protagonistin Carolin Bach (gespielt von Tina Haller) zeichnen Text und Musik ein aktuelles Stimmungsbild der Gesellschaft, wobei die Geschichten von Frauen im Fokusstehen. Diese Thematik zieht sich dann weiter, und zwar im Theaterstück „Caros Geschichte“, das am 15. 12. Premiere hat.

Auch jede Menge Gastspiele stehen an, etwa das Gitarrenkonzert „Crossing Strings“ mit Carina Maria Lindner und Markus Schlesinger am 29. 10.. Oder die intensive, szenische Lesung „Widerstand und Auftrag“ über Pater Josef Meindls Kampf gegen die Nazis in Steyr: Bettina Buchholz spielt den mutigen Seelsorger, der den Nazis trotzte und sich für Arbeiterfamilien, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiterinnen in Steyr einsetzte.

Bettina Buchholz ist ebenfalls am 20. und 21. 11. in der Tribüne Linz zu erleben, wenn sie im Theater- und Filmprojekt „Vertrauen wie Feuer“ Frère Roger spielt. Der Gründer von Taizé war Mystiker und Friedenspreisträger, machte immer wieder auf die Kluft zwischen Arm und Reich aufmerksam. Es ging ihm um ein solidarisches Eintreten für die Benachteiligten dieser Welt.

www.tribuene-linz.at

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