Tourengeher überlebten Nacht im Freien nicht

Zwei Skitourengeher kamen nach einem Unwetter ums Leben. Die Bergung war wegen schlechter Sicht sehr gefährlich.

Zwei vermisste Tourengeher sind am Montag, nach einer Nacht am Warscheneck in Oberösterreich erfroren. Der 24-jährige Niederösterreicher Markus M. aus Laab im Walde und der 23-jährige Wiener Stefan L. waren am Sonntag nicht von einer Skitour im Toten Gebirge zurückgekehrt.

Die Männer waren in 1800 Metern von einem Unwetter überrascht worden und konnten nicht mehr abfahren. Am Abend schrieb der 24-jährige Militärpolizist seiner Mutter eine SMS und schilderte die dramatische Lage. Die Frau alarmierte sofort die Polizei. Am Montag durchkämmten 50 Bergretter und Alpinpolizisten das Gebiet. Sie fanden die beiden schließlich leblos um die Mittagszeit im Schnee liegen. Einer der jungen Männer konnte noch reanimiert werden. Er starb allerdings am Nachmittag im Krankenhaus Rottenmann.

„Die Suchaktion war für die Einsatzkräfte wegen des starken Winds, der schlechten Sicht und der Lawinenwarnstufe sehr gefährlich“, sagt Georg Schürrer, Ortsstellenleiter der Bergrettung Spittal am Pyhrn.

Eingeschlossen

Seit Freitag sitzen die zwei deutschen Schneeschuh-Wanderer Tim L. (21) und Tom S. (20) auf 2457 Metern Seehöhe im Steinernen Meer bei Maria Alm im Pinzgau fest. Die jungen Männer haben in einem Notunterstand des Tourismusklubs, einer Biwakschachtel, Unterschlupf gefunden. Am Samstag alarmierten sie die Einsatzkräfte. Montagfrüh scheiterte ein Versuch, das Biwak mit dem Hubschrauber anzufliegen, am dichten Nebel, erklärt Bernd Tritscher von der Bergrettung Saalfelden.

Er steht mit den Wanderern in telefonischem Kontakt. „Die beiden sind guter Dinge. Sie haben Schlafsäcke und Decken zum Warmhalten.“ Außerdem haben die Eingeschlossenen einen Kocher und eine Gaskartusche gefunden. Damit können sie Schnee schmelzen und haben etwas zu trinken. „Nur das Essen wird langsam knapp.“ Schwierig sei, mit den beiden Alpinisten Kontakt zu halten, weil der Handy-Akku zur Neige geht. Am Dienstag will Tritscher zu Fuß zur Hütte aufbrechen – „sofern das Wetter passt und die Lawinengefahr überschaubar ist.“ Ein Aufstieg zu den Eingeschlossenen würde sieben bis acht Stunden dauern.

( Kurier ) Erstellt am 07.01.2013