Tobender Landwirt verurteilt

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Foto: Florian Ertl Landwirt Matthias L. brachte nach der Gerichtsverhandlung vor seinem Grundstück ein Schild an. Darauf steht: Schuldig gesprochen...

Matthias L. ging auf zwei Polizisten los. Nun fasste er eine Geldstrafe von 2800 Euro aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Matthias L. versteht die Welt nicht mehr. Der 53-jährige Landwirt bekam vom Bezirksgericht Ried im Innkreis eine Geldstrafe von 2800 Euro aufgebrummt – wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung. Außerdem muss L. die Verfahrenskosten zahlen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Bauer legte Berufung ein. „Mein Vater hat sein Leben lang gearbeitet und jetzt wird er behandelt wie ein Verbrecher. Das ist eine Frechheit“, sagt L.’s Sohn, der ebenfalls Matthias heißt. Was war passiert?

Der Verurteilte hatte im Spätherbst eine Auseinandersetzung mit seinem 47-jährigen Nachbarn Gerhard K. Dabei ging es um Bauarbeiten auf seinem Grundstück in Esternberg. Der Streit war so heftig, dass K. die Polizei zu Hilfe rief. Als die Beamten eintrafen, fing L. an diese wüst zu beschimpfen. Der tobende Landwirt verletzte dabei auch einen der Polizisten am Daumen, den anderen trat er mit seinem Fuß gegen den Rücken. Damit nicht genug: L. holte schließlich eine Motorsäge und schnitt so lange an einem Thujenstrauch herum, bis die Kette des Geräts heraussprang. Seelenruhig packte der 53-Jährige seine Säge ein und ging ins Bauernhaus zurück. Anscheinend hatte er sich genug abreagiert.

Ob er nun die 2800 Euro Strafe zahlen muss, wird sich in der Berufungsverhandung entscheiden. „Ich kann gar nicht ins Wirtshaus gehen, weil ich immer noch wegen dieser Sache dumm angeredet werde“, sagt L.’s Sohn, der auch behauptet, dass der Nachbarschaftsstreit längst beendet sei. Das sieht Reinhard K. anders. Sein Bruder Gerhard und seine Mutter hätten nach wie vor unter L.’s Launen zu leiden. „Meine Mutter ist völlig fertig, sie braucht psychologische Hilfe“, so Reinhard K. zum KURIER. L. versuche immer wieder, seinen Verwandten das Leben schwer zu machen.

 

(kurier) Erstellt am
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