Femizid in OÖ: Lehrerin mit Dolch und Schusswaffe getötet
Bei einem Femizid in einer Schule in Taufkirchen an der Pram (Bezirk Schärding) soll am Freitag ein 29-jähriger Pädagoge seine um ein Jahr jüngere Kollegin mit einem zweischneidigen Dolch und einer Schusswaffe in der Schulbibliothek getötet haben. Die Waffe hatte der Mann legal besessen. Hintergrund der Tat dürfte offenbar unerwiderte Liebe sein, und dass die Frau eine andere Beziehung einging, wie Staatsanwalt Alois Ebner der APA am Samstag erklärte.
Entgegen ersten Meldungen hatten die beiden Lehrerkollegen nie eine Beziehung gehabt. Der Mann dürfte der Pädagogin laut dem Umkreis aber Avancen gemacht haben. Der Lehrer, der nach der Tat Suizid beging, war bisher unbescholten, es gab auch keine Stalking-Anzeigen oder andere Vorkommnisse, teilte Ebner mit.
Der 29-Jährige fügte der Frau mit dem Dolch Stichwunden zu und schoss mehrmals auf die Pädagogin, wie erste Ermittlungen ergaben. Am Leichenfundort wurden laut Ebner drei Patronenhülsen gefunden. Der Femizid wurde in den „frühen Nachmittagsstunden“ verübt. Zu dem Zeitpunkt dürfte das Gebäude fast menschenleer gewesen sein. Es gebe laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft derzeit zumindest keine Zeugen, die etwaige Schüsse gehört hätten.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, unter anderem Hilfe und Informationen bei folgenden Adressen:
- Frauen-Helpline: online unter frauenhelpline.at und telefonisch unter 0800-222-555
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF): online unter aoef.at
- Frauenhaus-Notruf: unter 057722
- Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
- Polizei-Notruf: 133
Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Auf der Webseite finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
Hintergrund der Tat dürfte offenbar unerwiderte Liebe sein und dass die Frau eine andere Beziehung einging, wie Staatsanwalt Alois Ebner der APA am Samstag erklärte.
Entgegen ersten Meldungen hatten die beiden Lehrerkollegen nie eine Beziehung gehabt. Der Mann dürfte der Pädagogin laut dem Umkreis aber Avancen gemacht haben. Der 29-jährige Lehrer, der nach der Tat Suizid beging, war bisher unbescholten, es gab auch keine Stalking-Anzeigen oder andere Vorkommnisse, teilte Ebner mit.
Lehrer beging nach der Tötung Suizid
Der Mann war später in Freinberg tot in seinem demolierten Fahrzeug mit einer Schusswunde aufgefunden worden, teilte die Polizei in einer Presseaussendung am Samstag mit. Die Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis ordnete eine Obduktion der beiden Toten an. Die Auswertung von Spuren sowie Zeugenbefragungen liefen noch.
Die getötete Lehrerin hätte am frühen Nachmittag zuhause sein sollen. Als sie nicht heimkam, machte sich ihre Mutter auf die Suche und fuhr zur Schule, wo sie das Auto ihrer Tochter am Parkplatz fand. Gemeinsam mit einem Bediensteten der Schule suchte sie nach ihrem Kind. In der Schulbibliothek wurde dann die Leiche der Frau gefunden.
Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums.
Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
- Rat auf Draht ist die österreichische Notrufnummer für Kinder und Jugendliche. Die Nummer ist unter 147 rund um die Uhr anonym und kostenlos erreichbar.
- Die Ö3-Kummernummer ist unter 116 123 täglich von 16 bis 24 Uhr und ebenfalls anonym erreichbar.
- Die Telefonseelsorge ist unter der kostenlosen Telefonnummer 142 rund um die Uhr als vertraulicher Notrufdienst jeden Tag des Jahres erreichbar.
- Auf der Website www.bittelebe.at finden Angehörige/Freunde von Menschen mit Suizidgedanken Hilfe.
Krisenhilfe an Schule im Einsatz
Die Bildungsdirektion Oberösterreich versprach am Samstag in einer Presseaussendung „Maßnahmen zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler, des Lehrpersonals sowie der Angehörigen“. Noch am Freitag führte die Krisenhilfe Oberösterreich eine Erstintervention durch. Am Sonntag werde ein Abstimmungsgespräch zwischen Bildungsdirektion, Krisenhilfe, der betroffenen Schule sowie der Gemeinde stattfinden, um weitere Maßnahmen zu koordinieren. Dort soll dann auch über die Gestaltung des weiteren Schulbetriebs entschieden werden. Die Eltern werden im Anschluss darüber informiert. Die psychosoziale Unterstützung der Schulgemeinschaft durch die Krisenhilfe Oberösterreich und die Schulpsychologie sei sichergestellt.
„Was geschehen ist, macht uns fassungslos und erfüllt uns mit großer Betroffenheit. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei allen Angehörigen sowie der Schulgemeinschaft“, betonten die oberösterreichische Bildungslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) und Bildungsdirektor Alfred Klampfer in der Presseaussendung.
Schon kurz nach der Tat meldete sich die Politik zu Wort. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Justizministerin Anna Sporrer (beide SPÖ) zeigten sich in einem gemeinsamen Statement am Freitagabend zutiefst erschüttert. „Wieder wurde ein Leben durch Männergewalt ausgelöscht. Um Frauen wirksam zu schützen, braucht es breite Unterstützung für einen entschlossenen politischen Kurs gegen Gewalt an Frauen“, so die Ministerinnen unter Verweis auf den Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen und das erhöhte Frauenbudget.
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