Teil der Außenansicht der Linzer Tabakfabrik

© APA/BARBARA GINDL

Oberösterreich
06/16/2016

Tabakfabrik: Linz sucht Investor für Stadtteil

Stadt Linz sucht Investor für Tabakfabrik.

Die Stadt Linz sucht einen Investor, der einen Teil der Tabakfabrik entwickelt und auf eigenes Risiko betreibt. Im Herbst soll ein Bieterverfahren gestartet werden, Vorgaben werden nur wenige gemacht. Sie beziehen sich vor allem auf die Verkehrserschließung. Bis 2022 könnte ein neuer Stadtteil entstehen, wünschen sich die Verantwortlichen.

Erbaut von Design-Vorreiter Peter Behrens

Die Tabakfabrik ist ein insgesamt rund 80.000 Quadratmeter großer, von dem Architekten Peter Behrens (1868-1940) geschaffener Komplex. Nach der Schließung der "Tschick-Bude" übernahm die Stadt Linz das Areal mit dem Ziel, es zu einem "Leuchtturm der oberösterreichischen Kreativwirtschaft" auszubauen. Mittlerweile sind etliche Organisationen und Betriebe eingezogen, der weitere Aus- bzw. Umbau läuft.

Das nun geplante Bieterverfahren bezieht sich auf den nicht denkmalgeschützten Bau 3, der neu errichtet werden soll. Gruppen aus Investoren und Architekten sollen nach Wunsch der Stadt das etwa 7.000 bis 8.000 Quadratmeter große Grundstück erwerben, ein Konzept dafür erarbeiten, es bebauen und betreiben. Über den Sommer will man die genauen Bedingungen erarbeiten.

Manches ist für die Stadt unverhandelbar

Unverhandelbar sind für Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) und Infrastrukturstadtrat Markus Hein (FPÖ) die öffentliche Zugänglichkeit, eine Tiefgarage und ein Anschluss an die geplante neue Straßenbahnachse, die unter dem Areal verlaufen soll. Ob die derzeit im Bau 3 stattfindenden, wechselnden kommerziellen Großausstellungen - aktuell zur "Titanic", zuvor die "Körperwelten" - in dem neuen Konzept weiter Platz haben werden, bleibt offen. "Ich glaube aber, die Erfolge der vergangenen Jahre zeigen, dass der Veranstaltungsraum durchaus Sinn macht", sagte Luger.

Konzept, nicht nur Kaufpreis zählt

Vorgesehen ist ein zweistufiges Verfahren: In der ersten Etappe sollen grobe Konzepte abgegeben werden, die besten kommen auf die Shortlist und werden in einer zweiten Stufe konkretisiert - soweit der Plan. Der Stadt gehe es nicht nur um den Kaufpreis, so Luger, sondern auch um das Konzept und seine Auswirkungen auf die Stadt. Über den endgültigen Vertragsabschluss muss der Gemeinderat entscheiden.

Vizebürgermeister und Kulturreferent Bernhard Baier (ÖVP) freute sich, "dass unsere Forderung, private Investoren in die Entwicklung des Tabakfabrik-Areals einzubinden, nun scheinbar vor der Umsetzung steht". Das sei eine wichtige Kurskorrektur, mit der viel Steuergeld gespart werden könne. Es sei aber auch notwendig, dass die Stadt bei der Entscheidungsfindung eingebunden werde.

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