Der 52-jährige Rocco J. wurde am Donnerstag auf seinem Gehöft in Leipzig erschossen

© APA/Sebastian Willnow

Oberösterreich/Leipzig
12/05/2015

Suche nach Mörder mit Vöcklabrucker Kennzeichen

Ehefrau wurde Zeugin der Todesschüsse auf Reiterhof in Leipzig. Fahndung nach Täter und Fluchtfahrzeug verlief bisher erfolglos

von Jürgen Pachner

Mindestens zwei Schüsse sollen am Donnerstagnachmittag, kurz nach 13.30 Uhr, auf dem Gelände des Reitclubs Knauthain im Süden der Stadt Leipzig (Deutschland) gefallen sein. Rocco J., der Chef des Gestüts, stürzte tödlich getroffen zu Boden.

Seine Ehefrau soll Zeugin der Tat geworden sein. Sie konnte beobachten, wie ein großer Mann in einer dunklen Limousine flüchtete. Bei dem Fahrzeug soll es sich um einen Wagen der Marke VW (möglicherweise des Typs Phaeton) oder einen Audi gehandelt haben. Laut der Ehefrau soll das Auto mit österreichischen Kennzeichen versehen gewesen sein. Als Fragment konnte sie sich an die Buchstaben "VB" (für den oberösterreichischen Bezirk Vöcklabruck) erinnern.

Sämtliche Fahndungsmaßnahmen nach dem Täter, der offenbar allein agiert hatte,sind bis Freitagabend erfolglos verlaufen. Auch in Österreich wurde intensiv nach dem Mann und seinem Fluchtfahrzeug gefahndet.

Obduktion

"Die Ermittlungen laufen auf Hochdruck", bestätigte Jana Friedrich von der Staatsanwaltschaft Leipzig im KURIER-Gespräch. Die Spurenauswertung sowie die Befragungen des Umfelds des Opfers seien voll im Gang.

Freitagvormittag ist auch eine gerichtsmedizinische Obduktion durchgeführt worden, doch über deren Ergebnisse zeigte man sich seitens der Ermittlungsbehörde vorerst noch stark bedeckt: "Das schriftliche Gutachten liegt uns noch nicht vor."

Welche Schusswaffe der Täter verwendet haben könnte, ist ebenfalls noch unklar. Am Tatort wurde keine Pistole sichergestellt. Die Polizei rief aus diesem Grund die Bevölkerung dazu auf, nicht eigenmächtig zu versuchen, einen Verdächtigen festzuhalten, dieser könnte noch bewaffnet sein.

Auch zu einem möglichen Motiv wollte man sich aus ermittlungstaktischen Gründen vorerst nicht äußern. "Wir gehen aber von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus", betonte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.

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