Das kosovarische Ehepaar Luan und Albina Krndali hörte die Hilfeschreie und kümmerte sich  um die aufgespießte Nachbarin.

© Firma fotokerschi e.U./fotokerschi.at/Werner Kerschbaum

Eferding
01/21/2015

Sturz von der Treppe: Eisenstange bohrte sich in Kopf von Frau

Pensionistin fiel aus 1,5 Metern Höhe auf Zierstock aus Metall. Nachbarn hörten ihre Schreie.

von Jürgen Pachner

Ein spektakuläres Unglück ereignete sich am Mittwoch im Garten eines Mehrparteienhauses in Eferding, OÖ. Bei einem Sturz von der Außentreppe ihres Balkons rammte sich eine Pensionistin eine Eisenstange in den Kopf. Die Frau hatte enormes Glück, dass ihre Schädeldecke nicht durchstoßen wurde. Sie musste mit der Stange im Kopf ins Klinikum Wels transportiert werden, wo Ärzte sie davon befreiten.

"Ich bin seit 37 Jahren beim Roten Kreuz, aber so etwas habe ich noch nicht gesehen", freute sich Sanitäter Franz Primetshofer über den glimpflichen Ausgang: "Der Notarzt und ich haben extra so lang im Klinikum gewartet, bis festgestanden hat, dass die Frau nicht lebensbedrohlich verletzt worden ist."

Laut Auskunft des Spitals war der Zierstock aus Metall, der mit einer Pfeilspitze bestückt ist, oberhalb des Ohres eingedrungen und hatte sich entlang der Schädelknochen hineingebohrt. Heute, Donnerstag, soll die Patientin das Krankenhaus wieder verlassen dürfen.

Bolzenschneider

"Wir hatten das Wohnzimmerfenster gekippt, plötzlich hörten wir laute Hilfeschreie", sagt Nachbarin Albine Krndali. Nach einem Blick ins Freie war klar, dass Hilfe dringend nötig ist. Mit Ehemann Luan, der sich gerade rasiert hatte, eilte sie sofort in den Garten und kümmerte sie sich um die an der Stange aufgespießte Frau.

"Sie war ansprechbar und wollte sich das Eisen zuerst selbst herausziehen. Ich hab’ ihr aber gesagt, dass sie das auf keinen Fall riskieren darf", erzählt Albine Krndali. Das Paar alarmierte Rettung und Feuerwehr und beruhigte die alte Dame. Luan Krndalis Versuch, die noch im Boden steckende Metallstange mit einer Zange zu kappen, schlug fehl. Das gelang erst der Feuerwehr, die dazu einen Bolzenschneider einsetzte. "Mir ist zwar mit der Zeit dann selbst auch schon ein wenig schlecht geworden, doch in einem solchen Notfall muss man sich zusammenreißen", betont die Nachbarin. Die 25-Jährige war nach einer Operation vor sechs Tagen selbst nicht ganz fit.

Schicksal

Der Notarzt verabreichte der Verletzten sofort schmerzstillende Infusionen. "Sie hat nicht stark geblutet, für den Transport haben wir ihren Kopf gepolstert, damit er nicht mehr bewegt wird", erzählt Sanitäter Primetshofer. Wie sich später herausstellte, hatte die Frau von ihrer Wohnung in den Garten gehen wollen und dabei das Gleichgewicht verloren. Sie fiel aus eineinhalb Metern Höhe zu Boden und schlug mit dem Kopf auf der in einem Beet steckenden Stange auf. Krndali: "Außer uns hat keiner ihre Schreie gehört. Das Schicksal hat aber entschieden, dass wir genau an der richtigen Stelle waren."

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