Chronik | Oberösterreich
19.07.2013

SPÖ: Solidar-Initiative für Sonja Ablinger

Fans der kritischen Abgeordneten befürchten, dass sie von der Partei ausgebootet wird.

Seit die Unstimmigkeiten zwischen Sonja Ablinger und Barbara Prammer im Zusammenhang mit der Listenerstellung für die Nationalratswahl öffentlich wurden, kommt die SPÖ nicht mehr zur Ruhe. Wie berichtet, wird seit der Vorwoche gemutmaßt, dass die Partei die unbequeme Ablinger auszubooten versucht. Im Internet läuft nun eine Solidaritäts-Initiative für die 47-Jährige.

Sonja Ablinger muss dem Nationalrat als kluge, kritische, linke, feministische Abgeordnete erhalten bleiben. Die SPÖ braucht sie. Wir brauchen sie“, postet dazu etwa die Lentos-Direktorin Stella Rollig. Insgesamt 1672 Unterstützer hatten sich auf der Homepage mit der Bezeichnung „Wir sind die 57ste Stimme“ bis gestern Abend schon eingetragen.

„Anscheinend sollen bereits getroffene Vereinbarungen in der Bundes-SPÖ doch nicht eingehalten werden“, begründen die Initiatoren, warum sie sich für die kritische Abgeordnete einsetzen.
Ablinger wurde auf der Landesliste hinter Prammer und dem Gewerkschafter Walter Schopf auf dem undankbaren dritten Platz gereiht. Ein Fixeinzug in den Nationalrat ist der 47-jährigen dadurch nicht mehr sicher. Um aber auch in der kommenden Legislaturperiode wieder im Parlament vertreten zu sein, müsste Prammer ihr Mandant nicht über die Landes- sondern die Bundesliste beziehen. Ablinger könnte dann auf der Landesliste nachrücken.

„Das war ursprünglich auch so ausgemacht, inzwischen scheint davon aber keine Rede mehr zu sein, das ist ziemlich irritierend“, kritisiert Ablinger. Bei der Sitzung des Landesparteivorstands im April sei die Kandidatenreihung ausdrücklich mit dem Zusatz abgesegnet worden, dass Prammer das Mandat auf der Bundesliste annehmen müsse. Sie selbst sei zwar nicht anwesend gewesen, doch Klubchefin Gertraud Jahn habe ihr das bestätigt.

Ablinger: „Es ist der Barbara aber auch schon davor ganz klar kommuniziert worden und da war ich Zeugin.“
Die Nationalratspräsidentin scheint davon allerdings nichts zu wissen. Sie möchte erst nach der Wahl entscheiden, welches Mandat sie schlussendlich annimmt, lässt sie dem KURIER ausrichten: „Entscheidend sind allein die Wähler.“

Klubchefin Jahn war am Donnerstag nicht erreichbar. Landesgeschäftsführer Christian Horner will von einer Abmachung im Landesparteivorstand ebenfalls nichts wissen: „Wir wollen uns aber dafür einsetzen, dass Barbara Prammer das Bundesmandat annimmt.“