Allen-Stingeder: „An meiner Wahl gibt es keinen Zweifel“.

© /SPÖ UU

Oberösterreich
02/04/2015

SPÖ-Männer hadern mit Frauenquote, Landespartei will sich an Statut halten

Vor der Landtagswahl gibt es in der Bezirkspartei Urfar-Umgebung Unstimmigkeiten.

von Christoph Weiermair

Die Hackeln fliegen tief in der SPÖ-Bezirkspartei Urfahr-Umgebung: Von "Quotenfrauen" ist die Rede, ja sogar von einem "Niedergang der Demokratie". Auslöser ist ein Hearing zur Landtagswahl in Oberösterreich, bei dem sich eine Frau durchgesetzt hat. Die 47-jährige Beverly Allen-Stingeder wurde auf Platz eins gewählt und hat damit gute Chancen, im Herbst über die Wahlkreisliste Mühlviertel erstmals in den Landtag einzuziehen.

Allen-Stingeders Sieg zweifelt keiner der Kritiker an, nicht einmal hinter vorgehaltener Hand. Doch die weitere Reihung der Kandidaten nach dem Reißverschlussprinzip – abwechselnd Männer und Frauen – sei fragwürdig. So erhielt etwa der sechstplatzierte Herbert Enzenhofer mehr Zustimmung als die drittplatzierte Karina Leitner.

Auch auf die Landespartei sind einige rote Herren sauer: Diese hätte im Bezirk massiv Druck gemacht, dass sich beim Hearing eine Frau durchsetzt. "Sie brauchen eine Frau, um die Quote im Landtag zu erfüllen. Die Angst vor Sonja Ablinger ist anscheinend groß", argwöhnt ein Mandatar.

Ablinger, Ex-Frauenvorsitzende der Landes-SPÖ, kämpfte im Sommer vergeblich um das Nationalratsmandat der verstorbenen Barbara Prammer und entfachte in er Partei eine heftige Diskussion um die Frauenquote. Aktuell bearbeitet ein Schiedsgericht den Fall.

Beverly Allen-Stingeder kann den Wirbel in ihrem Heimatbezirk nicht verstehen: "Ich bin keine Quotenfrau, ich habe das Hearing mit Abstand gewonnen." Das Reißverschlussprinzip sei einstimmig beschlossen worden, nun müsse man sich auch daran halten.

40-Prozent-Regel

Die Landes-SPÖ räumt ein, dass man sich für eine Frau als Spitzenkandidatin im Bezirk stark gemacht habe. "Druck hat es aber sich nicht gegeben", sagt Landesgeschäftsführer Peter Binder. Es sei Ziel der Partei, auch nach der Wahl eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent im Landtag zu erreichen.

Derzeit sind sechs der 14 SPÖ-Abgeordneten weiblich. Zwei Männer, die Mühlviertler Mandatare Josef Eidenberger und Hans Affenzeller, scheiden zum Ende der Periode aus.

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