Seppy möchte wichtig sein

Seppy möchte wichtig sein
Endlich spielen wir wieder einmal meine Lieblingsgeschichte „Wulliwu der Teddybär“. Von Christa Koinig.

Ich mag sie gern, weil ich mit diesem ganz besonderen Teddy längst Freundschaft geschlossen habe, und vor allem auch deshalb, weil ich mich in dem Stück total wichtigmachen kann. Ich bin nämlich der Ansager bei einem großen Wettbewerb.

Dafür darf ich mich auch ganz fein machen, mit Glitzerjacke und so. Und – pssst! – ich schminke mich sogar. Ich bekomme nämlich immer ziemlich rote Wangerl, wenn ich nervös bin, darum habe ich mir helle Farbe aufs Gesicht gepinselt. Bei meinem Mund habe ich obendrein mit Omamas Lippenstift etwas nachgeholfen.

Der Blick in den Spiegel

Ich ging also zum Spiegel, um zu schauen, ob alles passt. Doch wie konnte es anders sein? Omama überraschte mich dabei und hat ganz erstaunt gefragt: „Was ist mit deinem Gesicht los?“

Als ich mich entschuldigen wollte, weil ich ohne zu fragen ihren Lippenstift genommen hatte, habe ich mich plötzlich im Spiegel gesehen und bin total erschrocken. Ich hatte zu viel weißes Make-up und zu viel roten Lippenstift erwischt und habe ausgesehen wie ein Clown. Omama konnte sich vor Lachen kaum halten.

Jeder ist von unschätzbarem Wert

Als ich ihr erklären wollte, warum das so gekommen ist und dass ich als Ansager in unserer Geschichte ausnahmsweise nicht nur lustig, sondern auch wichtig bin, hat sie ihr ernstes Gesicht wieder aufgesetzt und ein bisserl streng, aber mit sanfter Stimme zu mir gesagt: „Du bist immer wichtig, vor allem für die Kinder! Alles auf der Welt hat seine eigene Bedeutung und Wichtigkeit. Ganz gleich, wer wir sind, ein jeder findet in den Herzen anderer seinen ganz besonderen Platz und ist von unschätzbarem Wert.“

Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters

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