LASK-Präsident Siegmund Gruber

© Harald Dostal

Fußball
03/09/2021

Schwarz-weißes Dickicht

Beim LASK tobt ein interner Kampf, es geht um die Macht des Präsidenten. Von Gerhard Marschall.

Ried gegen LASK – das ist Lokalrivalität. Am Sonntag steigt in der Bundesliga das Oberösterreich-Derby. Die Schwarz-Grünen aus dem Innviertel kämpfen gegen den Abstieg, die Schwarz-Weißen aus der Hauptstadt mit vereinsinternen Turbulenzen. Rund um das Stadionprojekt auf der Gugl ist ein heftiger Zwist entbrannt. Im Kern geht es dabei um die Macht des Präsidenten.

Den Verein auf sich zugeschneidert

Siegmund Gruber steht dem Klub seit 2016 vor. Sein Verdienst um die Sanierung des Vereins ist unbestritten. Was hingegen zunehmend für Irritation sorgt: Er habe den LASK mithilfe eines dichten Firmengeflechts auf sich zurechtgeschneidert, so die Kritik. Ohne und gegen ihn gehe nichts. Wer sich widersetze, werde gefeuert. Der Verein ist eine Firma namens Linzer Athletiker-Sport-Klub mit Alleinvorstand Gruber. Dieser gehört zu 100 Prozent die LASK GmbH, in welcher der Profibetrieb angesiedelt ist, Transfererlöse inklusive. Geschäftsführer sind Barbara Niedermayr und Andreas Protil.

Freunde des LASK werden weniger

Eine 100-Prozent-Tochter ist die LASK Event GmbH, die Veranstaltungen und bei Heimspielen den VIP-Klub organisiert. Der Gastronom Benni Wagner führt die Geschäfte. Parallel dazu gibt es die LASK Marketing GmbH, in welche die einstigen Schulden des Vereins ausgelagert sind. Dies werden von den Freunden des LASK getilgt. Sie halten unterschiedlich hohe Anteile, sind die einzigen Stimmberechtigten und wählen das Präsidium. Die Freundesrunde ist im Laufe der Zeit von anfangs 20 auf derzeit 14 geschrumpft. Unlängst wurden drei „Freunde“ – Manfred Zauner, Michael Lachinger und Thomas Kern – mittels Call-Option entfernt. Neue wurden aufgenommen, die Anteile neu verteilt. Gruber hält jetzt über die Planet Blue Invest 9,5 Prozent, davor hatte er direkt und indirekt deutlich mehr Stimmgewicht.

Dreifacher Geschäftsführer

Um den Neubau des Stadions kümmert sich die LASK Arena GmbH & Co KG. Für Bauprojekte und Liegenschaftsverwaltung sind weiters die LASK Immo Delta GmbH & Co KG und die LASK Immo Gamma Gmbh & Co KG zuständig. Gruber ist in allen drei Fällen Geschäftsführer. Weiteres gibt es die Goalgetter GmbH, die auf Spielertransfers spezialisiert ist. Als Geschäftsführerin und Co-Gesellschafterin fungiert Julie Werner, Tochter von Vizepräsident Jürgen Werner.

Rechnungsprüfer statt Wirtschaftsprüfer gefordert

Nach diesem Muster ist auch der Kooperationsklub FC Juniors OÖ aufgebaut. Kurzum: Rund um den LASK gibt es mehr als zehn Gesellschaften mit wechselseitigen Beteiligungen. In allen seinen Verästelungen ist das Geflecht schwer durchschaubar. „Jede Gesellschaft ist notwendig und erfüllt eine eigene Aufgabe“, erklärt LASK-Pressesprecher David Obererlacher. Dank dieser Konstruktion beherrsche Präsident Gruber den LASK, außerdem hätten die „Freunde“ keinen Einblick in die laufende Geschäftsgebarung in der LASK GmbH und der LASK Event GmbH, monieren die Kritiker. Sie verlangen einen Rechnungsprüfer. Als „haltlos“ und „lächerlich“ bezeichnet Obererlacher die Vorwürfe. Der LASK habe wie etwa Banken einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer; die für die Liga-Lizenz erforderlichen Jahresabschlüsse würden dem Präsidium vorgelegt.

Land hat keinen Einblick in Wirtschaftlichkeit

Auch dem Land, das für das Stadionprojekt 30 Mio. € zugesagt hat, wird nur Einschau in die LASK Arena GmbH gewährt. Nur diese habe um Fördergelder angesucht, sagt Obererlacher. Wie es dem Verein wirtschaftlich geht, ist für das Land tabu. Das nach ihrer Warnung vor explodierenden Stadionkosten beim gefeuerte Trio hat Klage eingebracht. Der Machtkampf wird bei Gericht ausgetragen. LASK gegen LASK, das ist Brutalität.

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