Der Arzt und Leiter der Bergrettung Bad Ischl, Bernhard Schmid, nahe der Unglücksstelle

© honorarfrei/Schabetsberger

Oberösterreich
07/08/2015

Schüler bei Canyoning-Tour tödlich verunglückt

Felsbrocken durchschlug den Helm des 17-Jährigen, Schulkamerad erlitt einen Armbruch

von Jürgen Pachner

Dieses Unglück war nicht zu verhindern, das war höhere Gewalt“, sagt der Arzt Bernhard Schmid, der am Dienstag in Bad Ischl den Einsatz der Bergrettung leitete. Er glaubt, dass auch andere Sicherheitsmaßnahmen das Leben eines 17-jährigen Schülers nicht gerettet hätten. „Da hätte die Gruppe schon daheim bleiben müssen.“

Der Unfall hatte sich bei einer geführten Canyoning-Tour im Bereich des Grabenbaches in Bad Ischl ereignet. 21 Schüler der HTL Saalfelden, Salzburg, nahmen während ihre Sportwoche an der „Tour Jabron“ teil. Jeweils sieben Jugendliche wurden von einem Canyoning-Führer begleitet. Ihr Sportabenteuer schien im Grunde schon beendet: Die Schluchtpassagen waren alle gemeistert, und die Schüler befanden sich bereits zu Fuß auf einem Waldweg, der keine Schwierigkeiten darstellt.

Sofort tot

Doch plötzlich löste sich aus einer steilen Böschung über der Gruppe ein etwa 20 Mal 20 Zentimeter großer Stein. Der Felsbrocken stürzte auf die mittlere der drei Gruppen, die hintereinander neben dem Bachbett spazierten. Der Brocken fiel dem 17-Jährigen genau auf den Kopf und durchschlug seinen Helm. „Er war sofort tot und dürfte auch nichts gespürt haben“, sagt Schmid, der den Toten barg.

Ein weiterer Schüler – er wurde am Unterarm getroffen – erlitt einen Ellenbruch und kam zur ambulanten Versorgung ins Landeskrankenhaus Bad Ischl. Die unverletzt gebliebenen Schüler wurden in ihrer Unterkunft in St. Wolfgang psychologisch betreut. Am Donnerstag traten sie die Heimreise nach Saalfelden an.

Gedenkfeier

„Eine furchtbare Tragödie – unsere Schüler nehmen seit Jahren an der Canyoning-Tour teil und nie ist etwas passiert“, sagt HTL-Direktor Franz Höller, der die Familie des Toten persönlich von dem Unglück informieren wollte. „Es war aber niemand zu Hause, die Eltern haben die schreckliche Nachricht dann von der Polizei erfahren.“ Die Schule war am Mittwoch schwarz beflaggt, eine Trauerecke wird eingerichtet, und eine Gedenkfeier ist geplant.

„Ich kann mir den Steinschlag nur als Folge der extremen Trockenheit oder ausgelöst durch eine Gämse vorstellen“, sagt Veranstalter Helmut Putz. Es sei das erste derartige Unglück seit Gründung der Firma 1991.

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