Kümmel, Anis und Fenschel. Der Tee ist aus den drei Samen

© Ursula Asamer

Kolumne
12/29/2021

Schlemmen ohne Reue - Hilfsmittel zur Verdauung

Kümmel, Anis, Fenchel und Eichelkaffee helfen. Von Ursula Asamer.

Weihnachten und Neujahr sind Zeiten des Schlemmens. Gutes Essen, Kekse und Nachspeisen sorgen oft für Völlegefühl. Es gibt aber Hilfsmittel, die der besseren Verdauung dienen.

Ein Aperitif

Als Appetitanreger kennt man Aperitifs schon lange. Generell sind diese Getränke meist herb oder sogar bitter. Die Grundzutaten dieser meist alkoholischen Mixgetränke sind Wermut, Schafgarbe und Zitronenmelisse. Apéros starten die Verdauung bereits vor dem Essen. Ohne Alkohol kann eine kleine Tasse Wermuttee warm oder gekühlt gereicht werden. Auch Pfefferminztee, verfeinert mit Holunderblütensaft und Zitrone, bereitet auf die Gaumenfreuden des Festessens vor.

Nach dem Essen

Leinsamen, ballaststoffreiche Weizenkleie und die altbewährten Dörrzwetschken tun in Zeiten der Völlerei gute Dienste. Schafgarbentee regt den Gallfluss an und entkrampft den Magen. Als Ersatz für den Espresso danach bieten sich die aromatischen Besonderheiten Eichel-, Löwenzahnwurzel- und Wegwartenwurzelkaffee an. Die Löwenzahn- oder Wegwartenwurzeln werden dazu am besten – klein geschnitten – vorgetrocknet, anschließend in einer Pfanne trocken angeröstet und in einer Kaffeemühle fein vermahlen. Eichelkaffeeherstellung ist aufwendig, lohnt sich aber. Diese Kaffee-Ersatz-Getränke stammen aus Notzeiten.

Kümmeltee

Altbewährt zur Verdauungsankurbelung ist Kümmeltee. Er ist die erste Wahl auch bei Blähungen und Völlegefühl. Dazu einen Teelöffel Kümmel fein mörsern oder zerdrücken und mit 250 Milliliter heißem Wasser übergießen. Zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, der Tee ist nach dem Abseihen trinkfertig. Auch Fenchel und Anissamen haben dieselbe Wirkung.

Anis-Fenchel-Zuckerl

Für unterwegs eignen sich Anis-Fenchel-Zuckerl. Anstelle von Zucker wird in diesem Rezept 100 Gramm echter Birkenzucker verwendet. Bei Birkenzucker – auch Xylit/Xylitol genannt – ist auf Bioherkunft zu achten. Birkenzucker wird oft aus Maiskolbentrester oder Buchenholzrinde hergestellt und es gibt sehr große Qualitätsunterschiede bei den angebotenen Produkten. Echtem Birkenzucker in Bioqualität ist der Vorzug zu geben.

In großen Mengen abführend

Vorsicht: Xylit oder Xylitol in größeren Mengen konsumiert, kann beim Menschen abführend wirken. Xylit ist für Haustiere absolut toxisch, vor allem Hunde vertragen das Süßpulver nicht, aber auch Katzen, Kaninchen und andere Tiere dürfen Produkte, die Xylit enthalten, nicht bekommen, es kann zu Vergiftungen führen.

Zubereitung

Zwei Esslöffel Anis- und Fenchelsamen in der Kaffeemühle fein mahlen, 100 Gramm Xylit, ein Teelöffel Rotes Rübenpulver. Xylit in einem Emailgeschirr langsam zum Schmelzen bringen, das Samenpulver einrühren und mit dem Rote-Rüben-Pulver färben. Die Masse fünf Millimeter hoch in eine leere Pralinenform gießen und fest werden lassen, oder mit einem Löffel portionsweise auf Backpapier tropfen. Die fertigen Zuckerl in einem Glasgefäß lagern.

Ursula Asamer ist Kräuterpädagogin und Natur- und Landschaftspflegerin

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